Klinische Psychologie - Störungslehre

Stressassoziierte Störungen

Epidemiologie und Verlauf von PTBS

Deutschland 1-Jahres-Prävalenz: 2,3%
  • Keine signifikanten Geschlechtsunterschiede
  • Extreme Unterschiede in den Altersgruppen:

      1,4% 14-29 Jahre vs. 3,8% bei über 60- Jährigen

  • ICD-11: 1-Monats-Prävalenz: 1,5% PTBS, 0,5% kPTBS

Anmerkungen

  • Prävalenzen variieren sehr stark in Abhängigkeit von verschiedenen Weltregionen oder politischen Systemen
  • Prävalenzen liegen nach den liberaleren ICD-10-Kriterien ca. doppelt so hoch wie nach DSM-IV
 
Häufigste Traumata
 
  • Unfälle (und Zeuge von Unfällen)
 
 
Liste der drei pathogensten Traumata

  • Vergewaltigung
  • Kriegsteilnahme
  • Misshandlung / sexueller Missbrauch in der Kindheit

 Verlauf

-PTBS: Erholung von der akuten Belastungsreaktion bleibt aus.
 
Eine unbehandelte PTBS führt zu höheren Raten von Familien- und Partnerschaftsproblemen, erhöhten Scheidungsraten sowie höheren Raten von Arbeitsproblemen bzw. Arbeitslosigkeit
 
  • Erste Stunden und Tage: psychische Schockzustände und akute Belastungszustände
 
  • Beginn der PTBS-Symptome üblicherweise innerhalb der ersten Monate (verzögerte Form in ca. 7% der Fälle)
 
  • Wenn sich nach diesen Anfangszuständen eine PTBS herausgebildet hat, ergaben sich folgende Angaben zu Spontanheilungen:
-Ein Drittel war innerhalb der ersten 12 Monate beschwerdefrei.

-Die Hälfte war innerhalb von 4 Jahren störungsfrei.

-Ein Drittel war nach 10 Jahren weiterhin betroffen.

  • Eine Verstärkung der Symptome findet sich z.B. nach kritischen Lebensereignissen oder Rollenwechseln (z. B. Ruhestand).

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