Klinische Psychologie - Störungslehre

Stressassoziierte Störungen

Bindungsstörungen - Epidemiologie

Prävalenz
  • Relativ selten, jedoch insgesamt wenig bekannt und teilweise widersprüchliche Befunde
  • Reaktive Bindungsstörung: Relativ wenig bekannt, bei vernachlässigten Kindern <10 % (APA, 2015)
  • Bindungsstörung mit Enthemmung: wenig bekannt, in Hochrisikopopulationen ca. 20 % (APA, 2015)
  • Z. B. in epidemiologischen Studien: 0.9 %- 1.4% (Minnis et al., 2013)
  • Bei Adoptionen (enthemmter Typus): 22.4 % bei rumänischen Heimkindern vs. 3.8 % bei Adoptivkindern in England. Zudem erhöhte Rate (33 %) bei längerem Heimaufenthalt (24-42 Monate)
 
Verlauf & Prognose
  • Reaktive Bindungsstörung: Klinische Symptome manifestieren sich zwischen einem Alter von 9 Monaten und 5 Jahren, jedoch abhängig von den jeweiligen Fähigkeiten des Kindes. Je nach Förderung/Therapie können die Symptome einige Jahre fortbestehen.
  • Symptome der reaktiven Bindungsstörung scheinen sich bei adäquater Fürsorge leichter wieder zurückzubilden; bei enthemmter Symptomatik teilweise bis ins Jugendalter
  • Prognose von folgenden Faktoren abhängig (Zusammenfassung nach von Klitzing, 2009)
    –Geschlecht (männlich prognostisch ungünstiger)

    –Biologische Risiken

    –Intensität/Dauer der Vernachlässigung

    –Form der Bindungsstörung (reaktiv vs. enthemmt)

    –Kontinuität/Qualität des Beziehungsangebots durch Pflegeeltern/-einrichtungen

    –Intervention durch Helfersystem

Diskussion