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Grüne Biotechnologie

Was versteht man unter einer transplastomischen Pflanze und welche Vor- und Nachteile bietet sie im Vergleich zu einer transgenen Pflanze?

Transplastomische Pflanzen:
Fremd-DNA in der Plastiden-DNA, höhere Genkopienzahlen, keine Fremd-DNA im Pollen, kein Genesilencing
  • Pflanzen, bei denen das Fremdgen in das Erbgut der Plastiden eingeführt wird
    • In Pflanzen findet man Gene ja nicht nur im Zellkern sondern auch in Plastiden und Mitochondrien
 
Technik:
    • Um Einschleusung ins Plastidengenom zu erreichen, muss das zu übertragende Gen mit Sequenzen des Plastoms flankiert werden
    • Über homologe Rekombination wird die transgene DNA in das Plastom integriert --> Transplastomische Pflanze

Vorteile:
  • Erhöhte Expression, Fremdgen in Plastiden ist wesentlich aktiver als im Zellkern
    • In Zelle bis zu 100 Plastiden
    • die jeweils bis zu 100 Kopien ihres Erbguts in sich tragen
    • Gentechnisch veränderten Pflanzen tragen das neue Gen auf jeder Kopie in allen Plastiden
    • Damit in jeder Zelle bis zu 10.000 Kopien des Gens

  • In transplastomischen Pflanzen hat man seltener das Phänomen, dass es bei mehrfachen Kopien zu Silencing kommt

  • Polycistronische mRNA, die typisch für Prokaryonten sind und die mehrere Strukturgene unter Steuerung eines Promotors enthalten werden häufig in Plastidengenom effizienter exprimiert als im Genom (Zellkern)
    • Dürfte mit Endosymbionten-Theorie zusammenhängen
    • Genexpression in Plastiden ähnelt eher den prokaryontischen als dem eukaryontischen System

  • Erhöhte Sicherheit
    • Bei den meisten Blütenpflanzen kommen die Plastiden und Mitchondrien nicht in den Pollenzellen vor
    • Es herrscht maternale Vererbung der Plastiden und Mitochondrien
    • Bei den Zellteilungen, die zu den Pollenkörnern führen bekommen die Pollen keine Plastide und Mitochondrien ab
      • Im Pollen ist nur der Zellkern mit den Erbinformationen enthalten
    • Wenn man Fremd-DNA statt in Zellkern in die Plastiden einschleust kann diese nicht über den Pollen weitergetragen werden.

Nachteile:
  • Plastidentransformation schwieriger als normale Transformation des Genoms
    • Bereits bei Tabak, Kartoffel und Reis durchgeführt
    • Routinemäßig nur bei Tabak

  • Transplastonische Linien sind nur dann genetisch stabil, wenn alle Plastidenkopien uniform verändert sind
    • Erreicht man nur über wiederholte Regeneration unter bestimmten Selektionsbedingungen
    • Technisch aufwändiger und schwieriger

  • Transformationseffizienz geringer

  • Sehr hohe Expression beschränkt sich auf das Blattgewebe, wo hohe Anzahl von Plastiden sind

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