Kognitions- und Emotionspsychologie II

Kapitel 7

7.2 Retinale Ganglienzellen und unwillkürliche Aufmerksamkeit

Retinale Ganglienzellen des skotopischen Sehens:
  • höhere Kontrastsensibilität
  • höhere Empfindlichkeit für visuelle Bewegung
  • geringere Aktivierungslatenz
als Ganglienzellen des photopischen Sehens
 
 
 
Aktivierungslatenzunterschiede:
  • stationäre Zellen
    (stationär regierende Zellen; "sustained": retinale Ganglienzellen des photopischen Sehens
  • instationäre Zellen (instationär regierende Zellen, "transient") 
    retinale Ganglienzellen des skotopischen Sehens

⇒ Teilung der Arbeit der visuellen Analyse (Hypothese nach Yantis und Jonides):
 
Stationäre Zellen in der Fovea leisten eine detaillierte Analyse der Farbmerkmale und feine räumliche Details.

Aber Handlungsproblem: Blick muss auf interessante Position gelenkt werden, ohne zuvor dorthin geschaut zu haben.
Posner & Jonides: Vermutung, dass neue visuelle Ereignisse interessant sein müssen. Es werden visuelle Daten verfügbar, die der Betrachter bislang noch nicht durch Fixationen näher inspizieren konnte.

Instationäre Zellen sind wie ein Warnsystem für solche visuellen Veränderungen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht angeschaut wurden. 
Instationäre Zellen sind stärker in der Peripherie der Retina lokalisiert → für einen Teil des  visuellen Feldes sensibel, in dem der Blick noch nicht fixiert ist.
Instationäre Zellen reagieren schnell auf Bewegung.
Sie markieren potentiell interessante und noch nicht mit dem Auge fixierte Orte für die Zuwendung des Blickes.
 
 

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