Kognitions- und Emotionspsychologie II

Kapitel 7

7.3 Die Colliculi Superiores

Colliculi Superiores (SC, "superior colliculi): Struktur, die Blicke steuert
Durch ihre Projektionen können die instationären Zellen ihre Funktion in der Aufmerksamkeits- und Blicksteuerung erfüllen.
 
SC sind zweiseitig symmetrisch (links und rechts der vertikalen Körperachse
 
Projektionen:
Projektion zum SC kreuzt im Chiasma opticum (Sehkreuzung).
Die nasalen Projektionen zur Nase (Gesichtsmitte) hin gelenen Hemiretnae (Retinahälften) kreuzen die Seiten.
  • linke nasale Hemiretinae: projiziert auf rechten SC
  • rechte nasale Hemiretinae: projiziert auf den linken SC
  • Temporale Projektionen der zur Schläfe gelegene Hemiretinae kreuzen nicht! 
    (linke temproale Hemiretinae projiziert auf linken SC, rechte temp. Hemiretinae projiziert auf rechten SC)
⇒ Visuelle Stimulation von der linken Gesichtsfeldhälfte wird vornehmlich  rechts in den SC verarbeitet;
Stimulationen von der rechten Gesichtsfeldhälfte wird vornehmlich links in den SC verarbeitet
⇒ Es gibt einen Überlappungsbereich beider Augen, der in beiden SC repräsentiert wird
 
Kennzeichnend für SC:
  • retinotope Organisation
  • laminierter (geschichteter) Aufbau
  • fovealer Gesichtsfeldbereich in den SC massiv stärker repräsentiert als der periphere
 
SC-Neurone als Schaltstelle zur Übersetzung der instationären Zellaktivität in Zielkoordinaten des Blickes:
Kontrastsensible (farbenblinde) instationäre Ganglienzellen → Input an Oberflächenschichten des SC → SC-Neurone bilden visuelle retinotope Repräsentationen (zT durch Blicksprung in das rezeptive Feld der Zelle erhöht)
Blickortsensible visuelle Repräsentationen sind geeignet, Positionen für den Blick vorzumerken und das Ergebnis der erfolgreichen Sakkadenausführung auf diesen Ort zu registrieren.
Tiefere Schichten des SC: motorische Zellen (Reizung dieser Zellen führt zu Blicksprung):
  • können Blicksprung auf zuvorgemerkte Position gewährleisten
  • topographisch organisiert:
    Richtung einer Sakkade lässt sich durch die topographische Lage des Bewegungsfeldes einer SC-Zelle vorhersagen
 

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