Kognitions- und Emotionspsychologie II

Kapitel 7

7.4 Modelle des unbewussten Sehens
 
Ebbinghaus-Illusion

Dissoziation bei normalen Gesunden
Bild
 
Eine Scheibe (jeweils mittlere in dieser Abbildung) ersheint im Kontext kleiner Scheiben (rechts) größer als im Kontext großer Scheiben (links), obwohl die mittleren Scheiben exakt gleich groß sind
 
Experiment: Ebbinghaus-Illusion durch greifbare Scheiben arrangiert; Vpn geben, die Scheibe in der Mitte des jeweiligen Kontextes zu ergreifen
⇒ Vpn spreizen trotz der Illusion ihre Finger in genau der richtigen Weite!!
 
⇒ Milner & Goodale: Dies ist ein Beleg der Unabhängigkeit der visuellen Handlungssteuerung von der visuellen Wahrnehmung.
 
⇒ Evidenz aber besonders umstritten, da Studien nicht repliziert werden konnte
 
Entscheidend:
Modelle des unbewussten Sehens erklären, dass erade mit der Bewegungssteuerung befasste Teile des Sehens völlig unabhängig vom bewussten Seheindruck erfolgen könnten.
Daher kann das Bewusstsein für diese Bewegungen während des Sehens niedrig sein.
 
Möglicher Einwurf: mindestens die durch Blickbewegungen erzeugten visuellen Bewegungen müssten einen Niederschlag im visuellen Bewusstsein finden.
Aber diese visuellen Bewegungen werden zu großen Teilen gar nicht gesehen, denn die visuelle Verarbeitung während der Blickbewegungen unterliegt sakkadischer Unterdrückung

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