Kognitions- und Emotionspsychologie II

Kapitel 8

8.1 Objekterkennung

Geon-Theorie

Biedermann (1987): Vermutung, dass ca 3.000 Basiskategorien mit je durchschnittlich 10 unterschiedlichen Exemplaren (also 30.000) erkannt werden muss.
→ Entsprechende Theorie müsste erklären, wie ein möglichst fehlerfreier Vergleich eines Netzhautabbildes eines Objekts mit der entsprechenden Gedächnisrepräsentation erfolgt.
 
⇒ Biedermanns Lösung:  Verwendung geometrischer Elemente (GEONS) als einfachste Merkmale der Klassifikation von Objekten
Jedes einzelne Objekt besteht aus ganz bestimmten Geons, die in einer spezifischen Konfiguration miteinander verknüpft sind. (Ansatz im Einklang mit Marr's Theorie)
 
Biedermann identifizierte Merkmale, die er Nicht-zufällige Merkmale nennt (= Merkmale der zwei-dimensionalen Netzhautabbildung, die einen sicheren Rückschluss auf Merkmale der dreidimensionalen Umweltgegenstände erlauben).
Beispiele:
Kollinearität: einer geraden Linie auf der Netzhautpräsentation entspricht mit größter Wahrscheinlichkeit eine gerade Merkmalskantein der Umwelt
Kurvilinearität: einer gekrümmte Kante wahrscheinlich eine gekrümmte Gegenstandskontur entspricht
Änhliche Nicht-zufällige Merkmale: Kantenparallelität, Punkt- oder Achsensymmetrie von Liniengebilden, Konvergenz von Linien
→ Bild wird anhand dieser Merkmale in Regionen erschlosener Wölbung gegliedert, d.h. es werden räumlich informative Oberflächen im zweidimensionalen Abbild entdeckt

Diskussion