Kognitions- und Emotionspsychologie II

Kapitel 9

9.4 Physiologische Korrelate
Mismatch Negativity (MMN)
 
Hypothesen der kombinierten Merkmalsverarbeitung

Treisman & Gelade: Merkmalsintegrationstheorie
Annahme, dass Kombinationen von Merkmalen nur nach Zuwendung der Aufmerksamkeit wahrgenommen werden können
 
Gomes et al (1997):
Prüfung der Annahme von Treisman und Gelade mit zu einem Reiz zusammengesetzten auditiven Merkmalen.
 
Wenn Hypothese zutreffen sollte:
es müsste unmöglich sein, eine MMN durch einen Devianten zu erzeugen, der einer Neukombination der bekannten Merkmale des Standards entspricht (denn die automatische MMN scheint der Aufmerksamkeitszuwendung voraus zu gehen.
 
Wichtig:
Es muss ausgeschlossen werden können, dass einzelne auditive Merkmale des Devianten per se (zB Tonhöhe und Intensität) neu und somit singulär sind.
 
Vpn hörten drei Standardreize, die jeweils eine bestimmte Intensität ud Tonhöhe kombinierten.
Die Reize waren:
880 Hz / 80 db
1.000 Hz / 72 db
1.200 Hz / 64 db   Jeder Reiz trat mit 30% Wahrscheinlichkeit auf.
 
In 10% der Fälle: abweichender Reiz eingespielt
2 Versionen des Devianten:
  • Experimentalbedingung mit Neukombination bekannter Merkmale (880Hz/64db)
  • Kontrollreiz mit nuem singulärem Merkmal (1.500Hz/56db)
 
Ergebnisse:
MMN in der Experimentalbedingung!
→ Bestätigung, dass beim Hören Lautstärke und Frequenz kombiniert wahrgenommen und behalten werden.
Da MMN der Zuwendung der Aufmerksamkeit voraus geht, muss geschlussfolgert werden, dass die Wahrnehmung kombinierter auditiver Merkmale keine gerichtete Aufmerksamkeit voraussetzt!
Widerlegung der Hypothese von Treisman & Gelade (Intergation von Merkmalen ist die Folge von Zuwendung der Aufmerksamkeit
 

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