Kirchler: Arbeits- & Organisationspsychologie

3/3 Prozesstheorien

Aktionale Phase: Handeln & Kontrolle: Handlungstheorie: Theorie der Handlungskontrolle (Kuhn) - Einführung 

Kuhl (1987) versucht mit seiner Theorie der Handlungskontrolle zu klären, wie und v.a. wann Intentionen angesichts konkurrierender Ziele in Handlungen umgesetzt werden und was dazu beiträgt, dass bestimmte Handlungen bis zur Zielerreichung beibehalten werden.
 
Zu unterscheiden ist zwischen motivationalen und volitionalen Prozessen sowie zwischen Handlungskontrolle und Ausführungskontrolle.
 
Sieben Strategien können zur Initiation und Beibehaltung von Handlungen und der damit verbundenen Ziele beitragen:
  1. Motivationskontrolle: Widerstände werden willentlich unterdrückt (zb durch Vergegenwärtigung der Zielfolgen)
  2. Emotionskontrolle: förderliche Emotionen werden willentlich hervorgerufen, hinderliche unterdrückt
  3. Aufmerksamkeitskontrolle: auf solche Informationen, die den angestrebten Zielen förderlich sind (selektiv)
  4. Enkodierkontrolle: nur Infos, die mit dem Ziel in Verbindung stehen, werden vertieft bearbeitet
  5. Umweltkontrolle: Ablenkungen vom Ziel müssen unterbunden werden
  6. Sparsame Informationsverarbeitung (nicht alle Infos sondern nur die wichtigsten)
  7. Misserfolgskontrolle: Misserfolge können eintreten; langes Grübeln kann aber von der weiteren Zielrealisierung abhalten

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