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Das zentrale Nervensystem entwickelt sich aus einem Neuralrohr, das wiederum im Embryonalstadium aus der Neuralplatte hervorgeht. Derzeit werden drei Modelle diskutiert, die auf unterschiedliche Art und Weise erklären, wie während des Neuronenwachstums Axone und Dendriten den Weg zu ihren Bestimmungsorten finden. Beschreiben Sie diese Modelle und die Befunde, die sie stützen.
Das zentrale Nervensystem entwickelt sich aus einem Neuralrohr, das wiederum im Embryonalstadium aus der Neuralplatte hervorgeht. Derzeit werden drei Modelle diskutiert, die auf unterschiedliche Art und Weise erklären, wie während des Neuronenwachstums Axone und Dendriten den Weg zu ihren Bestimmungsorten finden. Beschreiben Sie diese Modelle und die Befunde, die sie stützen.
Das zentrale Nervensystem entwickelt sich aus einem Neuralrohr, das wiederum im Embryonalstadium aus der Neuralplatte hervorgeht. Derzeit werden drei Modelle diskutiert, die auf unterschiedliche Art und Weise erklären, wie während des Neuronenwachstums Axone und Dendriten den Weg zu ihren Bestimmungsorten finden. Beschreiben Sie diese Modelle und die Befunde, die sie stützen.
1. Die Chemoaffinitäts-Hypothese
Jede postsynaptische Oberfläche im Nervensystem setzt eine spezifische chemische Signatur frei, von der jedes wachsende Axon, sowohl während der neuronalen Entwicklung als auch während der Regeneration, angezogen wird.
Studie:
- In einer Studie durchtrennte Sperry die Sehnerven von Fröschen, drehte ihre Augäpfel um 180° und wartete darauf, dass sich die Axone der retinalen Ganglienzellen, die die Sehnerven bilden, regenerieren. Anschließend präsentierte er den Fröschen einen Köder. Waren die Augen des Frosches invertiert ohne den Sehnerv zu durchtrennen, schnappte der Frosch um 180° in die falsche Richtung (also nach vorne, wenn der Köder hinter ihm war). Das gleiche geschah, wenn die Augen um 180° invertiert und der Sehnerv durchtrennt wurde. Dies geschieht, weil die Axone des Sehnervs, obwohl sie gedreht sind, wieder zurück zu ihren ursprünglichen synaptischen Stellen im Tectum opticum wachsen.
2. Wegweiserneuronen-Hypothese:
Fasziculation= Wachstum neuer Axone entlang bereits bestehender Axone (Wegweiser-oder Pionierwachstumskegel).
Pionierwachstumskegel (=erste Wachstumskegel, die im sich entwickelnden Nervensystem einen bestimmten Weg entlang wandern) folgen vermutlich dem richtigen Pfad, indem sie mit Leitsignalen entlang des Weges interagieren. Nachfolgende Wachstumskegel, die dieselbe Route nehmen, folgen dann den Wegen, die von den Pionieren markiert wurden. Die Neigung sich entwickelnder Axone entlang der Pfade zu wachsen, die von den vorangegangenen Axonen etabliert wurden, wird als Faszikulation bezeichnet.
Zerstörung der Pionierwachstumskege::: Kein Wachstum
ABER:
In einem Experiment von Lance-Jones und Landmesser (1980) wurde ein Abschnitt des Rückenmarks aus einem Hühnerembryo herausgetrennt und um 180° in Kopf-Schwanz- Richtung gedreht reimplantiert. Die Axone der Motoneurone wuchsen trotz der Inversion zu ihren ursprünglichen Zielmuskeln aus. Dieser Befund spricht gegen die Wegweiserneuronen- Hypothese.
3. Hypothese der topographischen Gradienten
Wachstum von einer Zellschicht in eine andere, führt dazu das die Anordnung der Zellen in der Zielregion der Anordnung der Zellen in der ursprungsregion entspricht. Dabei geht es um die relative Anordnung der Axone zu einander, nicht um eine Punkt-zu-PunktÜbertragung wie bei der Chemoaffinitätshypothese.
Bsp:
1. Die Chemoaffinitäts-Hypothese
Jede postsynaptische Oberfläche im Nervensystem setzt eine spezifische chemische Signatur frei, von der jedes wachsende Axon, sowohl während der neuronalen Entwicklung als auch während der Regeneration, angezogen wird.
Studie:
- In einer Studie durchtrennte Sperry die Sehnerven von Fröschen, drehte ihre Augäpfel um 180° und wartete darauf, dass sich die Axone der retinalen Ganglienzellen, die die Sehnerven bilden, regenerieren. Anschließend präsentierte er den Fröschen einen Köder. Waren die Augen des Frosches invertiert ohne den Sehnerv zu durchtrennen, schnappte der Frosch um 180° in die falsche Richtung (also nach vorne, wenn der Köder hinter ihm war). Das gleiche geschah, wenn die Augen um 180° invertiert und der Sehnerv durchtrennt wurde. Dies geschieht, weil die Axone des Sehnervs, obwohl sie gedreht sind, wieder zurück zu ihren ursprünglichen synaptischen Stellen im Tectum opticum wachsen.
2. Wegweiserneuronen-Hypothese:
Fasziculation= Wachstum neuer Axone entlang bereits bestehender Axone (Wegweiser-oder Pionierwachstumskegel).
Pionierwachstumskegel (=erste Wachstumskegel, die im sich entwickelnden Nervensystem einen bestimmten Weg entlang wandern) folgen vermutlich dem richtigen Pfad, indem sie mit Leitsignalen entlang des Weges interagieren. Nachfolgende Wachstumskegel, die dieselbe Route nehmen, folgen dann den Wegen, die von den Pionieren markiert wurden. Die Neigung sich entwickelnder Axone entlang der Pfade zu wachsen, die von den vorangegangenen Axonen etabliert wurden, wird als Faszikulation bezeichnet.
Zerstörung der Pionierwachstumskege::: Kein Wachstum
ABER:
In einem Experiment von Lance-Jones und Landmesser (1980) wurde ein Abschnitt des Rückenmarks aus einem Hühnerembryo herausgetrennt und um 180° in Kopf-Schwanz- Richtung gedreht reimplantiert. Die Axone der Motoneurone wuchsen trotz der Inversion zu ihren ursprünglichen Zielmuskeln aus. Dieser Befund spricht gegen die Wegweiserneuronen- Hypothese.
3. Hypothese der topographischen Gradienten
Wachstum von einer Zellschicht in eine andere, führt dazu das die Anordnung der Zellen in der Zielregion der Anordnung der Zellen in der ursprungsregion entspricht. Dabei geht es um die relative Anordnung der Axone zu einander, nicht um eine Punkt-zu-PunktÜbertragung wie bei der Chemoaffinitätshypothese.
Bsp:
1. Die Chemoaffinitäts-Hypothese Jede postsynaptische Oberfläche im Nervensystem setzt eine spezifische chemische Signatur frei, von der jedes wachsende Axon, sowohl während der neuronalen Entwicklung als auch während der Regeneration, angezogen wird. Studie: - In einer Studie durchtrennte Sperry die Sehnerven von Fröschen, drehte ihre Augäpfel um 180° und wartete darauf, dass sich die Axone der retinalen Ganglienzellen, die die Sehnerven bilden, regenerieren. Anschließend präsentierte er den Fröschen einen Köder. Waren die Augen des Frosches invertiert ohne den Sehnerv zu durchtrennen, schnappte der Frosch um 180° in die falsche Richtung (also nach vorne, wenn der Köder hinter ihm war). Das gleiche geschah, wenn die Augen um 180° invertiert und der Sehnerv durchtrennt wurde. Dies geschieht, weil die Axone des Sehnervs, obwohl sie gedreht sind, wieder zurück zu ihren ursprünglichen synaptischen Stellen im Tectum opticum wachsen. 2. Wegweiserneuronen-Hypothese: Fasziculation= Wachstum neuer Axone entlang bereits bestehender Axone (Wegweiser-oder Pionierwachstumskegel). Pionierwachstumskegel (=erste Wachstumskegel, die im sich entwickelnden Nervensystem einen bestimmten Weg entlang wandern) folgen vermutlich dem richtigen Pfad, indem sie mit Leitsignalen entlang des Weges interagieren. Nachfolgende Wachstumskegel, die dieselbe Route nehmen, folgen dann den Wegen, die von den Pionieren markiert wurden. Die Neigung sich entwickelnder Axone entlang der Pfade zu wachsen, die von den vorangegangenen Axonen etabliert wurden, wird als Faszikulation bezeichnet. Zerstörung der Pionierwachstumskege::: Kein Wachstum ABER: In einem Experiment von Lance-Jones und Landmesser (1980) wurde ein Abschnitt des Rückenmarks aus einem Hühnerembryo herausgetrennt und um 180° in Kopf-Schwanz- Richtung gedreht reimplantiert. Die Axone der Motoneurone wuchsen trotz der Inversion zu ihren ursprünglichen Zielmuskeln aus. Dieser Befund spricht gegen die Wegweiserneuronen- Hypothese. 3. Hypothese der topographischen Gradienten Wachstum von einer Zellschicht in eine andere, führt dazu das die Anordnung der Zellen in der Zielregion der Anordnung der Zellen in der ursprungsregion entspricht. Dabei geht es um die relative Anordnung der Axone zu einander, nicht um eine Punkt-zu-PunktÜbertragung wie bei der Chemoaffinitätshypothese. Bsp:
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