Statistik 2017/2018

Artefakte / Paradoxien

a) Erklären Sie den „Früherkennungsbias“.
b) Geben Sie dafür ein inhaltliches Beispiel.
c) Wie kann man das Problem vermeiden?

Beim Screening von Krankheiten muss man grundsätzlich vier Zeitpunkte unterscheiden.
(1) Früherkennung durch Screening,
(2) Auftritt von Symptomen, die ohne Screening zur Diagnose führt hätten.
(3) Todeszeitpunkt ohne frühere Diagnose und Behandlung
(4) Todeszeitpunkt, wenn die Diagnose und Behandlung erst später begonnen hätte.

Nennen wir die Zeit von (1) bis (2) „x“ und die Zeit von (3) bis (4) „y“

Lebensverlängernd ist ganz offensichtlich nur y.   

   

  • Frühere Diagnosen verlängern die Überlebenszeit selbst, wenn der Todeszeitpunkt nicht hinausgeschoben wird, was oft fälschlich als bessere Prognose interpretiert wird.
  • Wenn infolge eines Screenings die Diagnose bereits 4 Jahre früher gestellt wird und die frühere Behandlung die Lebensdauer um 1 Jahr verlängert, so ist ein Jahr gewonnen – aber es erscheint, wie ein Gewinn von 5 Jahren.
  • Indem man das Stadium der Krankheit erfasst und berücksichtigt, kann man das Problem verringern.

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