WISP-Klausur 20.12.2017

Marktformen - Verhalten der Marktteilnehmer

Das Verhalten der Marktteilnehmer auf einem Markt hängt entscheidend davon ab, wie viele Anbieter und Nachfrager es für ein Gut gibt. Je nachdem, wie viele Anbieter und wie viele Nachfrager teilnehmen, werden grundlegend drei verschiedene Marktformen unterschieden.
 
Marktbeherrschung gibt es sowohl auf Anbieter- wie auf Nachfragerseite. Liegt z.B. die gesamte Nachfrage am Markt nur in einer Hand, so hat man es mit einem Nachfragemonopol zu tun. Der alleinige Nachfrager besitzt einen Marktanteil von hundert Prozent. Er ist marktbeherrschend, denn er hat keine Konkurrenz und ist keinem Wettbewerb ausgesetzt. Unterscheidet man die Märkte also nicht nach Gütern und Dienstleistungen, sondern nach der Anzahl der Marktteilnehmer, d.h. nach der Anzahl von Anbietern und Nachfragern, so ergibt sich eine Struktur des Marktes. Obwohl es unendlich viele Marktbeziehungen gibt, sollen bei der Betrachtung der Zahl der Marktteilnehmer auf der Angebots- und Nachfrageseite jeweils lediglich drei Unterscheidungen getroffen werden, und zwar nach:
 
viele - wenige - einer
 
Die drei grundlegenden Marktformen nennt man Polypol (poly=viele), Oligopol (oligo=wenige) und Monopol (mono=allein, einzeln).
 
Von vollständiger Konkurrenz oder von einem polypolistischen Markt spricht man, wenn das Angebot und die Nachfrage jeweils in den Händen vieler gleich starker Marktteilnehmer liegen. Kein Marktteilnehmer hat bedeutende Marktanteile und damit Marktmacht. Auf diesem Markt werden Waren so günstig wie möglich erzeugt und zu den geringsten Preisen an die Käufer verkauft.
 
Oligopol, eine Marktform, bei der es nur wenige große Anbieter oder Nachfrager (etwa gleich starke Wirtschaftseinheiten) für ein Gut gibt. Jeder von ihnen hält daher einen beträchtlichen Marktanteil. Zusammen beherrschen sie den Markt für ein Gut. Meistens sind die Marktteilnehmer in einem Oligopol gleich stark. Meistens findet der Wettbewerb nicht auf dem Gebiet der Preise statt, sondern eher im Bereich der Qualität, der Werbung und des Kundendienstes.
 
Im Monopol gibt es nur einen großen Anbieter bzw. Nachfrager. Durch die Monopolstellung kann der Monopolist den Preis der Ware bestimmen, insbesondere wenn sie nicht durch eine andere Ware substituierbar (ersetzbar) ist.
Der wichtigste Unterschied zwischen einer Monopolgesellschaft und einem wettbewerbsorientierten Unternehmen liegt darin, dass das Monopol starken Einfluss auf die Preise nehmen kann.

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