Das politische System Deutschlands - WS17/18

I: Bewerte den Strukturfunktionalismus Almonds. (+ nenne zwei alternative Ansätze)

Leistungen:
  • Entwicklung eines allgemeinen Begriffsrahmens („conceptual framework“) für die politische Systemanalyse und den Systemvergleich
  • Betonung des Prozesscharakters von Politik
  • Bedeutung des Handlungsaspekts des politischen Prozesses
  • zeigt Zusammenhänge verschiedener Ebenen
    • weiter Politikbegriff; Berücksichtigung von Akteuren, die nicht Teil des formalen Politikprozesses sind
    • differenziertes Verständnis der Funktionen von Parteien, Verbänden, politischen Institutionen
    • Bedeutung der informellen Aspekte von politischen Prozessen
    • Bedeutung der Zusammenhänge zwischen den einzelnen Elementen des Politikprozesses, insbesondere der Leistungen eines politischen Systems und seines Bestandes.
 
Kritik:
  • Technizistisches Verständnis von Politikprozessen (bei dem die Bedeutung von Normen, Werten, Ideen, Weltbildern unterschätzt wird).
  • Status Quo-Orientierung: Zu starke Orientierung am Funktionieren und am Erhalt eines politischen Systems.
  • Zu starke Orientierung an Input-Funktionen des politischen Systems; Vernachlässigung der Output-Strukturen (d.h. der Institutionen) in einem politischen System.
  • Unzureichendes, unterkomplexes Systemverständnis.
 
Als Reaktion auf diese Kritik wurde die struktur-funktionalistische Systemtheorie in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich weiterentwickelt (Bsp.: Almond/Powell/Dalton/Strøm 2007; Powell/Dalton/Strøm 2014).
Sie zählt noch immer zu den wichtigsten Theorien der politischen Systemanalyse.
 
Alternative Ansätze:
  • Behaviourismus
  • Neo-Institutionalismus

Diskussion