Astrologie - zum Nachlesen (APL)

Pluto, Texte

Text StierVenus/Pluto

PLUTO-STIERVENUS
 

Pluto in Feld 2,
Venus im Skorpion oder
Venus im Feld 8,
oder die bekannten Spannungsaspekte; Konjunktion, Quadrat und Opposition; zwischen Venus und Pluto.

 

Stiervenus-Pluto ist in einem gewissen Sinne auch eine Besonderheit, denn es gibt, glaube ich, nach meiner Erfahrung sagen zu können, keine Konstellation, die eine derartige Verfestigung und eine derartige innere oder äußere Unbeweglichkeit oder einen Unwillen, sich überhaupt bewegen zu wollen, symbolisiert.

 

Stiervenus-Pluto ist fest. Und dieses Feste, was sicherlich eine andere Struktur aufweist als die Festigkeit des Saturns, diese Struktur hier ist erheblich kompakter, diese Festigkeit wird im Wesensbild der Konstellation die, die als Nehmen und Halten bezeichnet werden kann, denke ich, ganz gut deutlich. Das bedeutet Folgendes. Das Nehmen und Halten ist die gegenteilige Bewegung von Geben und Loslassen.

 

Wobei wir eigentlich auch schon in dem Sinne bei der Beschreibung derjenigen Verhaltensformen sind, die dann später bei unentwickelten Stiervenus-Pluto-Menschen eben halt sehr wichtig wären. Sie müssen lernen zu geben und sie müssen lernen loszulassen.

 

Nun, das wird ihnen sicherlich schwerfallen, denn im inneren Wesen werden Nehmen und Halten immer vorhanden sein. Und so kann man auch, denke ich, verstehen, dass das inhaltliche Bild, das sich bei Stiervenus-Pluto ergibt, gleichgesetzt werden kann mit einem Kampf gegen die Vergänglichkeit. Denn alles, was vergeht, unterliegt Veränderungen. Und das heißt also nichts anderes, als dass sie nicht gehalten werden können, oder, dass sie eben halt aus den Händen gleiten. Das, was man bekommt, oder das, was man sich nimmt, im Sinne der inneren Wesenshaltung von Stiervenus-Pluto, kommt einem einfach aufgrund der Tatsache, dass Zeit vergeht und die Dinge der Vergänglichkeit unterliegen, kommen dann sozusagen unter die Räder. Man kann letzten Endes nichts im Leben endgültig nehmen und endgültig halten. So etwas gibt es nicht, obwohl diese Konstellation die Hoffnung, ich nenne es mal so, des Menschen steht, dass es doch möglich wäre. Insofern, wenn ein Mensch diese Konstellation hat, dann wird er einen Kampf, allerdings einen, den er verlieren muss, gegen die Vergänglichkeit kämpfen.

 

Er wird deshalb versuchen, an Dingen zu hängen, beziehungsweise psychologisch gesehen, er wird deshalb fixiert sein auf Dinge, die einen besonderen Wert haben. Und wir können natürlich hier aufgrund auch der Stiervenus, die an der Konstellation beteiligt ist, von einer gewissen Lust auch im Sinne von körperlichen Vorgängen sprechen, wobei die erste Lust, die ein Mensch im körperlichen Sinne sehr wohl empfinden dürfte, wenn das jetzt nicht eben durch bestimmte Faktoren gestört ist, ist das an die Brust der Mutter gelegt werden. Das ist eine erste Lust-Fixierung, eine orale Lust, die man hier erleben kann. Und auf derartige Formen der Lust, die tatsächlich häufig etwas Orales an sich haben, bleibt ein Mensch häufig Zeit seines Lebens bestimmt.

 

Das bedeutet auch, dass eine gewisse Suchtkomponente in dieser Konstellation enthalten ist. Wobei die Probleme, die in der Stillphase aufgetaucht sind, dazu führen, dass nicht unbedingt der Stoff, nach dem man süchtig ist, im Vordergrund steht, sondern eher der orale Lustgewinn. Also wenn jemand zum Beispiel Zigarettenraucher im extremen Maße ist, dann ist es oft bei ihm, wenn er die Konstellation hat, nicht so, dass er vom Nikotin abhängig ist, sondern eher unbewusst abhängig ist von dem Gefühl, etwas an den Mund führen zu können; in dem Fall ist das die Zigarette; und das wird dann unterschwellig vom Unbewussten gleichgesetzt mit der Mutterbrust. Nun, das sind sicherlich sehr klassische, auch psychoanalytische Deutungen, die aber normalerweise als durchaus inhaltlich richtig auch von Psychologen, die nicht unbedingt in diese Richtung arbeiten, zugestanden wird.

 

Wie dem auch sei – also eine Lust-Fixierung ist sicherlich ein passendes Wort für das Formbild, das sich bei Stiervenus-Pluto ergibt. Und das muss natürlich zwingend dazu führen, dass das Verhaltensbild von Stiervenus-Pluto im Grunde genommen das der Triebhaftigkeit ist. Also eine Lust-Fixierung im Sinne der Lebensform muss als Verhalten eigentlich eine Triebhaftigkeit, eine körperliche oder auch geistige, es kommt drauf an, das ist meistens ja auch in Kombination zu sehen, muss eine Triebhaftigkeit in dem Wesen dieses Menschen eingelagert haben.

 

Und dann taucht natürlich, dann spätestens bei Beratungssituationen, die Frage auf, wie wird dieser Mensch dieser Triebhaftigkeit Herr. Wird er ihr Herr in dem Sinne, als er sie in einer kultivierten und zivilisierten Forma ausleben kann, ohne anderen zu schaden – oder kann er es nicht? Weil, dann wird er eben halt nicht Herr dieser triebhaften Anlage. Und da kann er natürlich, das brauche ich nicht weiter auszuführen, erheblichsten Schaden an den entsprechenden Opfern seines Triebes dann anrichten.

 

Da wir es ja hier mit einem extremen an-sich-Halten und nicht-geben-Wollen zu tun haben, kommt es auch im Sinne des Stiers natürlich zu einer starken Ansammlung von Energie. Und die führt häufig dazu, dass diese Konstellation dem Horoskop-Eigner eine ungeheure Kraftreserve zur Verfügung stellt, die in schwierigen Situationen eventuell angezapft werden kann. Zum Beispiel, wenn man sehr, sehr schwer krank wird, dann kann einem diese Konstellation bei der Regeneration, in der Rekonvaleszenz, sehr wohl helfen, weil man auf Reserven zurückgreifen kann, die andere vergleichbar nicht haben.

 

Ein letztes Wort noch zum finanziellen Aspekt dieser Konstellation. Auch hier möchte ich es eigentlich darauf bewenden lassen, weil die Realität des Lebens auch nicht anderes lehrt, dass weder ein übermäßiges Schwimmen in Geld, noch ein ständiges Knausern an Geld die Regel ist. Sondern es ist beides möglich und es ist auch beides im Wechsel möglich. Also, ob man sich dann im Laufe des Lebens sozusagen freiwillig oder unfreiwillig für eine der beiden Seiten entscheiden kann, das bleibt offen. Das sind alles Fragen, die haben mit der Konstellation hingegen traditioneller astrologischer Auffassung meiner Erfahrung nach nichts zu tun. Und insofern macht es auch nicht viel Sinn, sich darüber Gedanken zu machen, ob Stiervenus-Pluto eine Konstellation ist, wo man viel Geld hat oder wo man wenig Geld hat.

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