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Pluto, Texte
Die Jupiter-Pluto-Konstellation ist ähnlich wie die vorher besprochene Waagevenus-Pluto-Konstellation eine, die sich aus Merkmalen des ausschließlich dritten Quadranten zusammensetzt. Nämlich dem Pluto, dem Skorpion und dem Jupiter als dem Schützen. Da ja nun beide Lebensprinzipien, beide Planeten, nicht nur, weil sie aus dem dritten Quadranten kommen, einen sehr starken geistigen Gehalt haben; also Pluto als das Sinnbild der Vorstellung und Jupiter als das Bild der Sinnfindung und der Einsichtsfähigkeit des Menschen und das Prinzip des Glaubens; so können wir sagen, dass das innere Wesensbild dieser Konstellation eigentlich den geistigen Weg symbolisiert, den der Mensch an sich, der Mensch an sich, geht. Ich denke, dass es keine Konstellation gibt, die den geistigen Weg, auf dem ein Mensch geht, bewusst oder unbewusst, spielt keine Rolle, auf welchem Niveau, auch das spielt keine Rolle, dass es keine Konstellation gibt, die den geistigen Weg des Menschen besser ablichtet.
Das heißt, es handelt sich um einen Weg, der im Grunde genommen verbunden ist mit dem Wunsch nach Erkenntnis. Und da Erkenntnis im Leben nicht wie Äpfel an den Bäumen wächst, muss man sich also auf die Suche nach der Erkenntnis machen. Man sucht. Man ist ein geistig Suchender mit dieser Konstellation. Und da taucht natürlich berechtigterweise die Frage auf, beziehungsweise eigentlich auch das Problem schon auf, kann man etwas finden. Diese Frage ist zumindest innerhalb der Jupiter-Pluto-Konstellation so leicht nicht unbedingt zu beantworten. Denn wir wissen ja, dass der dritte Quadrant, und Jupiter-Pluto symbolisiert das in massiver Form, dass der dritte Quadrant immer im Widerspruch zu dem vierten Quadranten, den wir ja die Wirklichkeit nennen, steht. Das heißt, die Vorstellung, die geistige Welt, die Überzeugung eines Menschen muss nicht der Wirklichkeit seines Lebens entsprechen, beziehungsweise steht im Grunde genommen immer prinzipiell zunächst im Widerspruch. Die Wirklichkeit steht zunächst prinzipiell immer im Widerspruch zu der Vorstellung, die ein Mensch sich von seinem Leben macht. Die Lebenswirklichkeit ist oft, das stellt man ja relativ häufig fest, dann doch eine andere, als man dachte. Das muss also dann dazu führen, dass, wenn man ehrlich ist, und das fällt bei der Konstellation manchen Menschen doch sehr, sehr schwer, dass sie dann doch eingestehen müssen, dass sie zwar suchen, aber nicht wirklich finden.
Diese Konstellation hat sehr viel mit einer geistigen Unrast und einer gewissen, sagen wir mal, Unüberzeugbarkeit im geistigen Bereich zu tun. Und so versucht man natürlich mit dieser Konstellation der Tatsache, dass die Wirklichkeit sich prinzipiell im Widerspruch zu meiner Überzeugung befindet, dadurch einen Riegel vorzuschieben, indem man eben das, was wir die Überzeugung nennen, in einer sehr, sehr, sehr ausgeprägten Art und Weise entwickelt. Das bedeutet, dass ein Mensch mit Jupiter-Pluto im Grunde genommen eine, sagen wir mal, geistige Kampfstellung einnimmt und generell versucht, das, was er glaubt, in den Dingen zu sehen, als die Wahrheit zu sehen. Das heißt, er münzt die eigene Überzeugung um und unterliegt möglicherweise auch selbst, ohne, dass er das merkt, einem großen Bluff, denn er glaubt an das, was in seinen eigenen geistigen Welten als Wirklichkeit existiert, dass dieses die absolute Wirklichkeit wäre. Und ist auch nicht wiederum davon zu überzeugen, dass dem nicht so ist. Das heißt, die Überzeugungskraft ist hier so stark ausgeprägt, dass er sich sogar gegen jeden Widerstand der Wirklichkeit selbst am Leben erhalten kann.
Daher sollten Sie in Zukunft davon ausgehen, dass dieses als Überzeugung beschriebene Inhaltsbild in der Form des Kreuzritters auftaucht. Der Kreuzritter ist, glaube ich, das klassische archetypische Symbol für die Jupiter-Pluto-Konstellation, wenn es darum geht, dass diese Konstellation eine Form erhält. Und das Bild des Kreuzritters ist natürlich nun auch absichtlich als ein solches gewählt, weil in diesem Begriff natürlich einerseits eine blinde Überzeugung, was die Richtigkeit der eigenen Gedanken angeht, mitschwingt. Auf der anderen Seite aber halt auch, und das entspricht dann dem Verhaltensbild, der Versuch, andere, die nicht in denselben Vorstellungswelten leben, in die geistige Welt zu holen, beziehungsweise sie geistig zu unterwerfen. Und so führt dann Jupiter-Pluto im Grunde genommen sehr oft dazu, dass ein Mensch mit dieser Konstellation schlicht und einfach, um es mal wirklich einfach zu formulieren, rechthaberisch ist.
Je niedriger das Entwicklungsniveau, umso sicherer wird man davon ausgehen können, dass Rechthaberei in entsprechenden Situationen eine große Rolle spielen wird. Aber aus meiner Erfahrung schützt ein auch hohes Entwicklungsniveau nicht davor, eine letzten Endes doch nur rechthaberische Haltung an den Tag zu legen. Diese ungeheuer massive Unüberzeugbarkeit von anderen Inhalten oder anderen Wirklichkeiten steht hier massiv im Vordergrund. Dieses kann man, wenn man es versucht, psychologisch zu betrachten, als eine Kompensationsform folgenden Zusammenhangs zu sehen.
In der frühkindlichen Zeit und auch in der Zeit als Jugendlicher haben Jupiter-Pluto-Menschen häufig erlebt, dass sie in einem gewissen Sinne entweder einen sehr stark überhöhten Zugang, einen sehr massiv von den Eltern geforderten Zugang zur geistigen Welt hatten, oder, dass ihnen der Zugang zur geistigen Welt vollkommen versperrt worden ist. So haben ich beispielsweise mal jemanden beraten, der mir erzählte, seine Eltern ihm, als er ein kleiner Junge war, nicht erlaubten, sich zu weit vom Elternhaus, also über eine entsprechende Querstraße, die dort verlaufen ist, zu entfernen. Und da es in der Nähe dieses Elternhauses einen Fahrradverleih gab und dieser Mann als kleiner Junge unheimlich gerne Fahrrad fahren wollte, hatte er sich dann also doch irgendwann mal getraut, über diese verbotene Straße zu gehen, um sich dort ein Fahrrad zu leihen. Und er erzählte mir halt, dass sein Eindruck in dem Moment, wo er das getan hatte und dann auf der anderen Seite der Straße stand, dass er sich im Grunde genommen fühlte, als wenn er in einem anderen Land wäre. Er war irgendwie in der Fremde, wobei dieses Bild im Grunde genommen nur dafür steht, dass er einen bestimmten geistigen Raum nicht erobern durfte und der ihm, eben jetzt halt in diesem Beispiel, in dieser Form, von den Eltern verwehrt worden war.
Also wenn man so will, herrschte eine Art geistige Inquisition. Und das Kind konnte sich diesem geistigen Druck, der ausgeübt worden ist, nicht entziehen. Es gibt auch Menschen, die davon berichten, dass die Eltern ihnen beispielsweise strikt verboten haben, in die Kirche zu gehen oder, um es mal etwas bildhaft auszudrücken, dem Pfarrer „guten Tag“ zu sagen, weil sie der Meinung waren, dass die geistige Welt, die dann aus ihrer Sicht auch durch die Kirche symbolisiert wird, dass die geistige Welt also nur Schaden anrichtet. Und solche Menschen haben dann als Kinder gehört, „wehe, du willst auf die Universität gehen oder studieren oder irgend so eine brotlose Kunst erwerben und erlernen, du sollst gefälligst was Richtiges lernen, also du sollst Handwerker werden oder den Betrieb von deinem Vater übernehmen“ – und so weiter. Also alles, was mit der sogenannt geistigen Welt zusammenhängt oder hing, das war dann im Grunde genommen mit einem Verbot, und in vielen Fällen kann man wirklich von einer inquisitorischen Maßnahme sprechen, war also in vielen Fällen damit belegt.
Es geht hier eigentlich darum, sich von geistigen Fesseln; auch das wäre eine wortwörtliche Übersetzung der Jupiter-Pluto-Konstellation; zu befreien. Man muss lernen, selber zu denken. Man darf nicht denken lassen. Und sicherlich ist es so, dass die allermeisten Menschen, vor allen Dingen auf normalem oder niedrigerem Entwicklungsniveau, nicht selber denken können. Aber wenn jemand eben diese Konstellation hat, dann hat er das tatsächlich als persönliche Aufgabe im Sinne einer Anlage in seinem Horoskop und muss sich mit dieser Problematik auseinandersetzen. Er muss lernen, eigenständige Gedanken zu entwickeln und nicht im Sinne eines geistigen Herdentriebes Vorgaben, die ihm gemacht werden, von denen man ja heute also mehr oder weniger stark versorgt wird, immer blindlings ohne eigene Gedanken, ohne eine eigene Meinung zu folgen. Das ist eigentlich die allerwichtigste Aufgabe. Und wenn Sie sich bitte vergegenwärtigen, dass wir es hier mit dem geistigen Prinzip an sich zu tun haben, mit dem Weg ins Geistige; denken Sie an das Wesensbild; dann ist das eben halt eine Aufgabe, die wirklich zentrale und existenzielle Bedeutung hat. Jupiter-Pluto ist eigentlich die geistige Konstellation schlechthin. Und einerseits muss man der Wirklichkeit Rechnung tragen und insofern die eigenen Überzeugungen von Zeit zu Zeit infrage stellen. Andererseits muss man sich auch um seine emotionale und seelische Seite kümmern, denn die kann möglicherweise, wenn es im Horoskop so auch möglich wird, zusätzlich noch mit Problemen behaftet sein. Und das würde dann dazu führen, dass die geistige Überbetontheit in jedem Fall eigentlich zu einem Ungleichgewicht im Leben führen wird.
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