WS2016/17 Lernen & Denken

Diskutieren Sie Stärken und Schwächen von vier Theorien zum Kategorienlernen.

 →Unscharfe Kategoriegrenzen: TypikalitätsgradientenNicht alle Exemplare einer Kategorie sind gleichermaßen typisch für die andere Kategorie (Unschärfe) systematische Unterschiede werden anhand des Typikalitätsgradienten erfasst (Zuordnung von Auto mehr in Kategorie Fahrzeug als Dreirad) Die 4 Theorien:→Prototyp- RepräsentationKategorien werden durch Prototypen mental repräsentiert->Ähnlichkeitsvergleich des Exemplars mit der Repräsentation des Prototyps, der im Langzeitgedächtnis gespeichert istProbleme:-> Charakteristische Merkmale einer Kategorie werden abstrahiert und zu einem Prototypen der Kategorie zusammengefasst-> Information über Größe einer Kategorie oder Variabilität der Exemplare innerhalb einer Kategorie nicht repräsentiert-> Prototypentheorie kann Kontexteffekte nicht gut erklären Exemplar Theorie-> Exemplarbasierte RepräsentationBeim Lernen wird keine abstrakte Repräsentation eines Prototyps für eine Kategorie gebildetKategorisierung: Exemplare erinnern uns an früher bereits erfolgreich kategorisierte Exemplare-> Ähnlichkeitsvergleiche mit allen früher erlebten konkreten Exemplaren einer Kategorie und nicht mit abstrakten Prototypen-> Kontextsensitivität der Kategorisierung wird durch das Lernexemplar und den aktuellen Kontext bestimmt, der als Gedächtnis-Cue für die Erinnerung anderer Exemplare dientProbleme:Ähnlichkeitsvergleich problematisch, da Objekte zahlreiche Eigenschaften habenInterpretation immer vom Kontext abhängig (Relation setzen) → Theorie der multiplen Systeme-> Explizites System versucht, verbalisierbare Hypothesen über Regeln zur Kategorisierung von Exemplaren zu erzeugen und zu testen (z.B. durch zuschauen)-> Implizites System operiert weitgehend unbewusst und führt zu nicht verbalisierbaren (impliziten) Regelwissen über Kategorienzugehörigkeit von Exemplaren → Relationen von KategorienFlexibilität und KontextabhängigkeitObjekte können flexibel auf unterschiedlichen Ebenen kategorisiert werden, Kategorien stehen in in unterschiedlichen Relationen zueinander (z.B. Vierbeiner= Hund, Labrador, Tier)-> BasiskategorienObjekte werden primär auf der Basisebene benanntKontextabhängigkeit: aktuelle Gedächtnis cues (Hinweisreize) bewirken, dass bestimmte Kontexte aktiviert werden, die sich auf die Gedächtnissuche auswirkenProbleme:Die Basisebene kann individuell variierenEinflussfaktoren–Vorwissen in einem Bereich (z.B. Ornithologen, Botaniker, etc.)–Kulturabhängigkeit–Aufgabenabhängigkeit →Vernetzung von Kategorien und WissensstukturenSemantische Netzwerke im LangzeitgedächtnisBegriffe/Konzepte = Knoten; Relationen = Kanten1. Aktivierung des Prime-Worts breitet sich im semantischen Netz aus und führt zu Voraktivierung (Bahnung; englisch: priming) „benachbarter“ Knoten, z.B. für das Zielwort2. Knoten für Konzept des Zielworts ist voraktiviert (gebahnt) und erreicht dadurch relativ zu ungebahnten Konzepten schneller die Schwelle, um im Langzeitgedächtnis abgerufen bzw. verfügbar zu werden→ assoziative Struktur der Wissensrepräsentation

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