Soziologie GS

Sozialisation

3 Ebenen des Sozialisationsprozesses 
Sozialisationsebenen (nach Wurzbacher und Claessens)

1. Soziabilisierung (Primäre Sozialisation)
  • = Erlernen von Verhaltensweisen in soz. Gefügen
  • Vermittlung wesentlicher Erfahrungen durch andere Personen (Familie, in Beziehung zu Gleichaltrigen)
  • Einübung wichtiger Handlungsmuster
  • Erleben von Positions- und Statuszuweisungen
dienstliche Beispiele: Junge/r Frau/Mann beginnt Ausbildung bei der Bayerischen Polizei; man kommt als "Neuer" in eine DGr. und lernt die Abläufe kennen
2 . Enkulturation (Sekundäre Sozialisation)
  • = Aneignung kulturgebundener Werte und Normen
  • Relativierung bisher gelernter Werte und Ergänzung durch allgemeine oder spezielle Normenstandards
  • Entwicklung eines eigenen, mit gesellsch. Vorgaben durchsetzten Weltbildes
Bsp.: Praktikum im Rahmen der Ausbildung (Verknüpfung von Theorie und Praxis); durch Dienstanweisung wird manches relativiert, was vorher als gegeben angesehen wurde
3. Personalisation (Tertiäre Sozialisation)
  • = Auswahl aus Handlungsalternativen 
  • Schaffung von Freiraum durch Wahlmöglichkeiten (=Selbstbewusstsein); zugleich aber auch Wahrnehmung möglicher Entscheidungszwänge
  • Erarbeiten eines selbstdefinierten Rollenverständnisses als Schnittpunkt fremder Erwartungen und eigener Bedürfnisse (=Identitätsbildung)
Bsp.: nach der Ausbildung 3. QE. Entwicklung eines eigenen Führungsstils (durch eigene Vorstellungen, aber auch durch Vorgaben des PI-Leiters; PB setzte eigene Schwerpunkte bei seinen Kontrollen (BtM, Zweirad)
 
Die 3 Ebenen stellen keine zwingende zeitliche Abfolge dar. In einem lebenslangen Prozess durchdringen vielmehr alle Ebenen einander.

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