VU Gesundheitspsychologie

5. Soziale Unterstützung und Gesundheit

Andere Formen der Stressbewältigung in Partnerschaften: Beziehungsbezogene Bewältigung nach Coyne

Coyne und Smith:
definieren direkt beziehungsspezifische Bewältigungsmechanismen auf der Paarebene


Die Autoren versuchen, einige der systemischen Bewältigungsverflechtungen zwischen den Partnern direkt zu erfassen, indem die Rolle des jeweiligen anderen in der Bewältigungsdyade erfragt wird.

relationship-focused coping: 
Berücksichtigung von:

  • Situationsfaktoren
  • individuellen Bewältigungsfunktionen wie Emotions- oder Problemregulation
  • Strategien zur Regulation der emotionalen Bedürfnisse der Partner

Coyne und Smith: unterscheiden zwei breite Kategorien beziehungsbezogener Bewältigung:

  • active Engagement: eher problembezogene partnerorientierte Form der Bewältigung, bei dem die Gefühle des Partners erkundet und konstruktive Lösungsvorschläge unterbreitet werden.
  • protective buffering: = ein Verhalten, bei dem es das Ziel ist, den Partner vor schlechten Neuigkeiten und Problemen abzuschirmen. Dabei werden vom unterstützenden Partner Sorgen verheimlicht oder verdrängt, und Konflikte werden vermieden, indem den Wünschen des abzuschirmenden Partners nachgegeben wird.

potenzieller Konflikt bei der partnerschaftlichen Bewältigung von Problemen:
Was dem einen Teil der Dyade helfen könnte, ein Problem in den Griff zu bekommen, um den eigenen Stress zu reduzieren, könnte sich auf den anderen Teil der Dyade negativ auswirken und umgekehrt.

Frage nach der effektivsten Handhabung einer Problemsituation: Wie kann dem Partner geholfen und unnötiger Konflikt vermieden werden, ohne dabei das eigene Wohlergehen aus den Augen zu verlieren?

Coyne und Smith:  Untersuchung von Phänomen der Krankheitsbewältigung auf der Partnerebene bei männlichen Herzpatienten, die nach einem leichten Herzinfarkt stationär behandelt wurden, sowie deren Partnerinnen untersucht.
⇒ das Ausmaß des Stresses der Ehefrauen hing zum einen von der Art des Infarkts der Ehemänner, aber auch von der Qualität der Interaktion mit dem Stationspersonal und der Beziehungsqualität der Eheleute ab

Wie sich hinsichtlich unterschiedlicher Kosten-Nutzen-Anteile beziehungsbezogener Bewältigung für den einzelnen Partner herausstellte, führte das „protective buffering“ gegenüber ihren Partnern bei den Ehefrauen zu mehr Stress. Bei den Patienten jedoch erhöhte sich dadurch die Selbstwirksamkeit.

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