VU Gesundheitspsychologie

5. Soziale Unterstützung und Gesundheit

Andere Formen der Stressbewältigung in Partnerschaften: Theorie des dyadischen Copings - dyadischer Stress

Bodenmann: dyadischer Stress umfasst alle Stresserlebnisse, die die Dyade als Einheit betreffen, d. h. beide Partner in Mitleidenschaft ziehen.

Wenn z.B. ein Partner ein Stresserlebnis durchmacht, das sich über einen längeren Zeitraum erstreckt und nicht adäquat bewältigt werden kann, könnte sich dieses Stresserlebnis auf den anderen Partner mitauswirken.

→ Hier wird das individuelle Stresserleben zum dyadischen Stresserleben. Dabei kann die Stressepisode außerhalb oder innerhalb der Dyade beginnen und beide Partner  gleichzeitig oder zeitlich versetzt betreffen.

Definition von Stress bei Personen in Partnerschaft:
„[…] ein direkt oder indirekt beide Partner betreffendes Ereignis, das zu

einer Desäquilibrierung des Gesamtsystems prädisponiert, sofern jeder Partner für sich genommen bzw. die Synergie beider Partner und ihre externen individuellen und dyadischen Ressourcen nicht dazu ausreichen, die internen oder externen Anforderungen an jeden einzeln bzw. das Paar angemessen zu bewältigen.“

→ Verschiedene Situations- und Personenmerkmale können zu dyadischem Stress führen, wenn sie von den Beteiligten als wohlbefindensrelevant bewertet werden.
 
Als einen situationalen Risikofaktor nennt Bodenmann z. B. die „Ansteckung“ durch negative Stressemotionen (engl.: stress contagion). Wenn beispielsweise ein Partner traurig ist, kann es sein, dass sich der andere Partner davon anstecken lässt und seine Stimmung schlechter wird.

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