Bewertung von Mehrfachwahlaufgaben; ipsative Messung:

Werden die Antwortalternativen nicht unterschiedlichen Graden der Ausprägung eines Merkmals zugeordnet, sondern verschiedenen Merkmalen in mehrdimensionalen Tests, liegt eine sogenannte ipsative Messung vor. Ein spezifisches psychometrisches Problem dieser Variante ist die fehlende stochastische Unabhängigkeit der Antwortalternativen. Wer sich im Beispiel für Alternative A entscheidet, entscheidet sich automatisch auch gegen die Alternativen B, C und D und erhält damit schon einen geringeren als den höchst möglichen Wert in den Persönlichkeitsdimensionen, denen letztere Alternativen zugeordnet sind. Dies führt zu künstlichen negativen Korrelationen zwischen den Merkmalen mit einer Reihe von psychometrischen Folgeproblemen u.a. für die Berechnung von Reliabilitäten und Faktorenanalysen.
 
(Die Anwendung im Bereich der Leistungstests ist weit weniger problematisch, da die Distraktoren hier nicht zur Messung anderer Konstrukte dienen)

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