BWL 01

11. Der betriebliche Wertschöpfungsprozess

11.3.1 Was versteht man unter dem Begriff der Verknüpfung der Wertaktivitäten
 
Verknüpfungen innerhalb der Wertkette

Einzelne Wertaktivitäten sind der Ausgangspunkt für die Erreichung von Wettbewerbsvorteilen. Sie existieren in einem System interdependenter, voneinander abhängiger, Aktivitäten. Wertaktivitäten sind daher innerhalb der Wertkette miteinander verknüpft, sodass sich Wettbewerbsvorteile auch durch diese Verknüpfungen ergeben können.
 
z.b. effizientere bauteile, weniger verschnitt, bessere qualitätssicherung, weniger reklamationen...
 
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1.3 Verknüpfungen innerhalb der Wertkette
 

Wie bereits erläutert, sind die einzelnen Wertaktivitäten die Bausteine von Wettbewerbsvortei- len, allerdings existieren diese nicht nebeneinander, sondern sind ein System interdependenter Aktivitäten. Wertaktivitäten sind somit innerhalb der Wertkette miteinander verknüpft, sodass sich Wettbewerbsvorteile nicht nur durch die einzelnen Wertaktivitäten selbst ergeben, son- dern ebenso durch ihre Verknüpfungen miteinander (Porter 1992).

Zum Beispiel können hochwertig produzierte Blechstanzteile die weitere Fertigung vereinfachen und verkürzen, da weniger Zuschnitt erfolgen muss und auch weniger Abfall entsteht. Diese Verknüpfungen der Aktivitäten können in zweierlei Hinsicht Wettbewerbsvorteile erzielen: durch Optimierung und durch Koordination. Zum Beispiel können strengere Materialspezifikationen oder eine verstärkte Qualitätsprüfung später zu geringeren Kosten und Aufwand im Kundendienst füh- ren. Deshalb ist es wichtig, dass Unternehmen solche Verknüpfungen als Teil ihrer Strategie optimal gestalten (Porter 1992).

Mithilfe der Verknüpfungen lassen sich notwendige Koordinationsaufgaben erkennen. Die Einhaltung eines Liefertermins kann z. B. die Koordinierung der Fertigung und der Logistik zur Folge haben. Eine bessere Abstimmung wiederum kann zu Kostensenkungen und/oder einer Leistungssteigerung im Unternehmen führen, da dadurch Abläufe optimiert werden. In Unternehmen existiert eine sehr große Anzahl von verschiedenen Verknüpfungen. Zwar scheinen die Verknüpfungen zwischen primären und sekundären Aktivitäten zunächst offensichtlicher, jedoch gibt es auch eine Reihe von Aktivitäten zwischen den einzelnen Wertaktivitäten. Diese Verknüpfungen haben unterschiedliche Ursachen (vergleiche Porter 1992). Die gleiche Funktion lässt sich auf verschiedene Art und Weise erfüllen. So lassen z. B. enge Spezifikationen und Fehlertoleranzen beim Zukauf von Teilen die Fertigung in engeren Toleranzen ablaufen. Kosten oder Leistungen direkter Aktivitäten werden durch intensivere Anstrengungen bei indirekten Aktivitäten verbessert. Zum Beispiel verkürzt eine bessere Einsatzterminplanung des Kundendienstes (indirekte Aktivität) die Reisezeit des Kundendienstes (direkte Aktivität). Aufgrund betriebsinterner Aktivitäten benötigt ein Produkt am Markt weniger Erklärungen und Kundendienstaufwand. Zum Beispiel lassen sich durch eine 100%ige Endkontrolle der


Produkte Kundendiensteinsätze und -kosten senken. Qualitätssichernde Funktionen lassen sich auf verschiedene Weise erfüllen. So lassen Prüf- und Gütesiegel sowie die Einhaltung der ISO-Normen die Kosten für die Prüfung der eingehenden Materialien und die Endkontrolle sinken. Um Verknüpfungen sinnvoll nutzen zu können, sind Informationen und Informations- prozesse erforderlich, durch die Optimierungen und/oder Koordinierungen stattfinden und die somit Wettbewerbsvorteile ermöglichen können. Diese sind oftmals hoch komplex und erfordern häufig Maßnahmen, die über eine herkömmliche Organisation hinausgehen. So können beispielsweise höhere Kosten im Fertigungsbereich zu niedrigeren Kosten im Vertriebs- und Servicebereich führen. Das Management solcher Verknüpfungen zählt damit zu einer komplexeren Organisationsaufgabe als das Management der Wertaktivitäten selbst (Porter 1992).

Nun existieren nicht nur Verknüpfungen zwischen den Wertaktivitäten des einzelnen Unter- nehmens, sondern auch Verknüpfungen zwischen den Wertaktivitäten des Unternehmens und den Wertketten der Lieferanten und Vertriebswege. Porter bezeichnet diese Wertketten als vertikale Verknüpfungen.