BWL 01

11. Der betriebliche Wertschöpfungsprozess

11.3.3  Was versteht man unter dem Begriff der vertikalen Verknüpfung?
 
Verknüpfungen innerhalb der Wertkette

Unter dem Begriff vertikale Verknüpfung verstehen wir eine Verknüpfung zwischen den Wertaktivitäten des Unternehmens und den Wertketten der Lieferanten und Vertriebswege. (Abnehmer)
 
 
Bis jetzt wurde lediglich die interne Wertschöpfungskette Porters beschrieben; einumfassendes Verständnis setzt jedoch ebenfalls die Kenntnis über die externe Wertschöpfungskette voraus.Die externe Wertschöpfungkettenanalyse beschreibt die Verbindungen der Wertketten derUnternehmen mit den Wertketten seiner Lieferanten und Abnehmer. Porter nennt diese externen Verknüpfungen auch „vertikale Verknüpfungen“. Sie ist deshalb von Bedeutung,weil sich die Wertketten der Lieferanten und Abnehmer auf die Kosten- und Leistungsstruktur der Aktivitäten eines Unternehmens auswirken, denn die vom Lieferanten erzeugten Produkte werden vom Unternehmen in seiner Wertkette eingesetzt und weiterverarbeitet. Häufige Lieferantenlieferungen können Lagerhaltungsbedarf eines Unternehmens verringern oder Produktkontrollen beim Lieferanten würden die Eingangsprüfung des Unternehmens überflüssig machen und entsprechende Verpackungen der Lieferantenbetriebe würden, wenn sie geeignet sind, Transportkosten des Unternehmens senken. Diese aufgeführten Beispieleverdeutlichen den Sachverhalt, daß Verknüpfungsoptimierung und –koordinierung zwischen Lieferanten und Unternehmen zu gegenseitigem Nutzen führen und es sich nicht um ein Nullsummenspiel, bei dem eine Seite nur auf Kosten der anderen Seite gewinnen kann, handelt.
 
So ist also der geschaffene Wettbewerbsvorteil des Unternehmens auch der Wettbewerbsvorteil des Lieferanten.
Zu erwarten ist jedoch, daß es in der Frage nach der Verteilung der Gewinne zu „harten Verhandlungen kommt. 
 
Ähnliche Auswirkungen haben die Verknüpfungen der Wertschöpfungsketten von Unternehmen und Vertriebskanälen. Berührungspunkte, die sich kostenreduzierend oder differenzierungssteigernd auswirken können, stellen vor allem der Außendienst, die Auftragserfassung und die Ausgangslogistik dar. Kennzeichnende Aktivitäten vonVertriebskanälen wie Absatz, Werbung und Verkaufsauslagen wirken sich ebenfalls positiv auf die Unternehmenswertschöpfungskette aus, da sie durch die Wertschöpfungspartnerschaft, vom Unternehmen nicht mehr geleistet werden braucht.