Asendorf & Neyer - Sechs Paradigmen der Persönlichkeitspsychologie

1. Eigenschaftsparadigma

Cattells Kovariationswürfel - Persönlichkeit & Persönlichkeitseigenschaft 

Persönlichkeit einer Person: 
kann auf Grundlage des Kovariationswürfels operationalisiert werden als ein 
Persönlichkeitsprofil in vielen Merkmalen, das zeitlich stabil ist:
⇒ Bei zweimaliger Messung in kürzerem zeitlichen Abstand (1. Messung: Messgelegenheit 1; 2. Messung: Messgelegenheit 2) bleibt es also sehr ähnlich

Persönlichkeitseigenschaft: 
kann
operationalisiert werden als ein Merkmal mit unterschiedlichen Ausprägungen bei den Personen einer Referenzpopulation, wobei die Merkmalsunterschiede dieser Personen bei zweimaliger Messung in kürzerem Abstand sehr ähnlich sind (also zeitlich stabil sind).
Die Rangfolge der 
Personen (hohe Ausprägung – niedrige Ausprägung) bleibt also (fast) unverändert.

⇒ kann selbst dann der Fall sein, wenn alle Personen sich im Merkmal geändert haben (wenn alle sich in gleicher Weise geändert haben (z. B. alle haben bei Intelligenztest 1 Punkt mehr bei der zweiten Testung oder 2 Punkte weniger).
→ Merkmal ist dann zwar nicht zeitlich konstant (der Mittelwert über alle Personen nimmt zu oder ab), aber es ist trotzdem stabil im Sinne des Eigenschaftsparadigmas, weil die Differenzen gleich geblieben sind:

(x + c) − (y + c) = x y

Dies gilt, wenn x und y die Testergebnisse von zwei Personen bei der ersten Messung sind und c die konstante Veränderung zwischen erster und zweiter Testung ist.

Die Persönlichkeit bleibt gleich, wenn sich alle Personen in einer Eigenschaft in gleicher Weise ändern.

 

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