Sozialpsychologie

Kapitel I 3

Welche drei Informationsquellen verwendet der Mensch, um die Ursache-Wirkungsbeziehung nach dem Kovariationsprinzip zu analysieren?

  • Konsensusinformationen: wie reagieren andere Personene auf einen Stimulus?
  • Distinktheitinformationen: wie verhält sich eine Person gegenüber anderen Personen (Stimuli) in anderen Situationen?
  • Konsistenzinformationen: relevantes Verhalten über die Zeit hinweg immer wieder beobachtet?
 
Beispiel:
Jemand gibt in einem Restaurant ein hohes Trinkgeld.
Um entscheiden zu können, warum die Person das tut, benötigt das zuschreibende Individuum weitere Informationen, nämlich
  • ob diese Person regelmäßig hohe Trinkgelder gibt (falls nicht, war dies eine Ausnahme), falls ja:
  • ob auch andere Gäste hohe Trinkgelder geben und
  • ob die Person nur in ganz bestimmten Situationen hohe Trinkgelder gibt.

Die Auswertung dieser Informationen liefert die gewünschte Kausalität­szuschreibung. Gibt die Person in vielen Situationen hohe Trinkgelder (niedrige Distinktheit) und geben andere Gäste keine hohen Trinkgelder (niedriger Konsensus), liegt die Ursache für das Verhalten höchstwahrscheinlich in der Person. Ist es hingegen so, dass die Person nur in diesem Restaurant regelmäßig hohe Trinkgelder gibt und andere Personen dasselbe tun, ist vermutlich das Restaurant die Ursache des Verhaltens.

  Konsensus Distinktheit Konsistenz
Interne Attribution (Akteur) niedrig niedrig hoch
Externe Attribution (Situation) hoch hoch hoch
Ausnahme hoch oder niedrig hoch oder niedrig niedrig

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