VL Kultursoziologie

5. Wertewandel

1. Wertekonzeption von Ronald Inglehart

Zentrale Hypothesen und Annahmen (Inglehart 1971, 1989, 2008)
 Annahme einer Bedürfnishierarchie (Maslow 1954) Physiologie > Sicherheit > Zugehörigkeit > Anerkennung > Selbstverwirklichung
 Mangelhypothese Die Wertprioritäten eines Menschen reflektieren sein sozioökonomisches Umfeld: Den größten Wert misst man Dingen bei, die relativ knapp sind. (Gesetz des abnehmenden Grenznutzens)
 Sozialisationshypothese Die Wertprioritäten bilden sich in der Jugendzeit („formativen Phase“) heraus und bleiben im weiteren Lebensverlauf relativ stabil.
 Folgerung Mit der Wohlstandszunahme und dem Ausbau des Sozialstaates ergibt sich ein Wertewandel vom Materialismus zum Postmaterialismus im Sinne einer „Kohortensukzession“ (intergenerationaler Bevölkerungsaustausch).Er wird kurzfristig durch Periodeneffekte überlagert, kann jedoch nicht durch Lebenszykluseffekte erklärt werden.

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