VL Kultursoziologie

10. Entstehung und Wandel kultureller Hierarchien

4.3 Wie entstehen Stars? Sozialer Einfluss und kumulative Erfolgsungleichheit

Modellbildung der analytischen Soziologie (Salganik & Watts 2009; Keuschnigg 2012)
 Rätsel: Auf Kulturmärkten ist der Erfolg extrem schief verteilt (Superstars vs. Künstlerarmut), doch lässt er sich kaum vorhersagen.
 Erklärung: Bei Optionsvielfalt und Qualitätsunsicherheit interpretieren Akteure das Verhalten anderer als Qualitätssignal. Der informationell (nicht normativ!) begründete Einfluss führt kumulativ zu Erfolgsungleichheit.
 Experimentelles Untersuchungsdesign:
- Website mit 48 Songs unbekannter Künstler; Rating-Skala; Download-Möglichkeit
- Bedingung 1 (Unabhängigkeit): Künstlernamen und Titel
- Bedingung 2 (Sozialer Einfluss): Künstlernamen, Titel und # Downloads
 Ergebnisse:
- Soz. Einfluss (v.a. bei Ranking nach # Downloads) erzeugt mehr Erfolgsungleichheit - Kleine Qualitätsvorsprünge („Appeal“) erzeugen sehr große Erfolgsvorsprünge
- Bei einer manipulativen Umkehrung bisheriger # Downloads profitieren „schlechte“ Songs nachhaltig von ihrem guten Ranking

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