“Innovieren”

Wonach unterscheidet man die einzelnen Beobachtungsverfahren?

  • Strukturiertheit, Zeit, Rolle bzw. Beteiligung des Forschenden im Forschungsfeld
  • Rolle bzw. Beteiligung des Forschenden im Forschungsfeld, Strukturiertheit, Transparenz
  • Rolle bzw. Beteiligung des Forschenden im Forschungsfeld, Zeit, Transparenz
  • Struktur, Zeit, Transparenz
 
Forschungspraktisch lassen sich die einzelnen Beobachtungsverfahren, wie Abbil- dung 4.8 aufzeigt, dahingehend unterscheiden,
• inwiefern sie entweder eher
fokussiert auf eine ausgewählte soziale Situation hin

ausgerichtet sind – etwa wie die bereits zitierte Untersuchung zu Übergangsritua- len zwischen Unterrichtsgeschehen und Pausen (Wagner-Willi 2013) –, oder ob die Beobachtungen zunächst offen(er) angelegt sind – wie in der Untersuchung Teilnahme am Unterricht: Ethnographische Studien zum Schülerjob, in der Brei- denstein (2006) untersucht, welche umfangreichen bzw. umfassenden Tätigkei- ten Schüler:innen während des Unterrichts vollziehen und inwiefern diese Hand- lungen durch Anforderungen der Lehrpersonen (vor-)strukturiert sind.

• welche Rolle die Forscher:innen im Forschungsfeld einnehmen: Sie können ei- nerseits eher passiv beobachtend anwesend sein, wie dies häufig bei kürzeren Be- obachtungen der Fall ist. Diese vorrangig beobachtende Teilnahme wird auch als „fokussierte Ethnographie“ (Oester 2008, 233) bezeichnet. Andererseits werden Forschende durch einen längeren Feldaufenthalt (folgelogisch) Teil des Feldes37 und übernehmen hier zumeist auch bestimmte Aufgaben, agieren im Feld also aktiv teilnehmend, was in der Bezeichnung teilnehmende Beobachtung zum Aus- druck kommt. Wer länger im Feld ist, wie im Rahmen von forschungsorientierten Schulpraktika, kann vermutlich nicht nicht teilnehmen. Strübing (2018) betont im Spannungsfeld von passiv und aktiv „Varianten des Mitmachens“ (ebd., 61).

Für Feldforschungen in der Schule kann es sinnvoll sein, für mindestens ein Schul- halbjahr, besser noch ein Schuljahr, (immer mal wieder) ins Feld zu gehen, um – je nach Fragestellung – bestimmte für Schule relevante Zyklen und zeitliche Rituali- sierungen erfassen zu können. Im Rahmen studentischer Forschung ist dabei eine zeitliche Begrenzung über die jeweilige Praxisphase gegeben, die beispielsweise mit einer Dauer von vier Monaten im Praxissemester – in denen ja nicht nur geforscht wird (Kap. 2) – bereits eher umfangreich bemessen ist.38

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