Bildungswissenschaft

Wilhelm von Humboldt

  • 1767 - 1835
  • Veröffentlichung -Ideen zu einem Versuch, die Gänze der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen"
  • seine Bedeutung für Pädagogik und Erziehungswissenschaft basiert im Wesentlichen auf seinen Texten als er von 1809-1810 Sektionschef für Unterricht und Kultus im preußischen Innenministerium war
  • von ihm initiierte Reform bzw. Reformpläne genelten als Teil der "preußischen Reform"
  • Menschenbildannahme
    • Menschen sind auf der Welt, um etwas zu machen, sich zu verwirklichen, zu engagieren, an einem Projekt zu arbeiten, sich mit der Umwelt auseinanderzusetzen und sie aktiv zu gestalten
    • gilt für alle Menschen (unabhängig von Gattung, Status, Geschlecht)
  • Neuhumanismus
  • "Der wahre Zweck des Menschen -nicht der, welchen die wechselnde Neigung, Sintern wegen die ewig unveränderlichen Vernunft ihm vorschreibt - ist die höchste und proportionierlichste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen. Zu dieser Bildung ist Freiheit die erste und unerläßliche Bedingung. Allein außer der Freiheit erfordert die Entwicklung der menschlichen Kräfte noch was andres, üblich mit der Freiheit eng verbundenes, Mannigfaltigkeit der Sinne"
    • = harmonische Bildung seiner Kränze zu einem Ganzen
    • ewig unveränderliche Vernunft ist Erbe der Aufklärungsphilosophie
    • mehrstufiger Syllogismus, der auf seinem grundlegenden Bildungsbegriff basiert (=> überspitzt - wer kein Abitur macht ist kein richtiger Mensch)
  • entwarf Konzept für Dreistufiges Schulsystem zur standesunabhängigen allgemeinen Menschenbildung
    • Begegnung Menschen unterschiedlichen Standes auf Augenhöhe
    • Königsberger Schulplan
  • bewusste Entscheidung gegen Praxisbezug auch wenn er wusste das nicht alle Menschen bis zum Abitur im System bleiben  -> Ziel Allgemeinbildung zu standesunabhängigen Begegnung auf Augenhöhe
  • Kaderschmiede der "gebildeten Stände" und Bildung als hartes Instrument zur gesellschaftlichen Differenzierung durch Bildungszertifikate durch Humboldt nicht vorhersehbar
  • Individuumszentriertheit
    • individual-extremistische Position
      • in erster Linie radikal an einzelnem Individuum ausgerichtet
      • berücksichtig nicht, dass Menschen immer in unterschiedlichen gesellschaftlichen Lagen leben
    • lässt sich erklären durch Abgrenzung zu den wenigen idealistischen Konzepten bürgerlichen Lebens und bürgerlicher Erziehung in deutscher Aufklärung
  • Ziel - soziale Differenzen weniger relevant machen (nicht aufheben), da unabhängig von den Differenzen die allgemeine Menschenbildung als tiefe Gemeinsamkeit besteht
 

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