Mathematik Kolloqium

14 Schüler mit Schwierigkeiten im MU

Welche Hinweise können nach Kaufmann und Wessolowski auf mögliche Schwierigkeiten beim Rechnen hinweisen?

  • Probleme beim Klassifizieren: Gemeinsame Merkmale von Objekten werden nicht erkannt und ein Sortieren nach diesen Merkmalen gelingt nicht (Voraussetzung für die Zusammenfassung von Dingen und deren Benennung mit einer Zahl).
  • Schwierigkeiten mit der Serialität: Zeitliche Abfolgen von Ereignissen und Abfolgen quantitativer Art können nicht erkannt und wiedergegeben werden.
  • Fehlendes Verständnis der Mengeninvarianz: Bei Veränderungen an einer Menge von Plättchen (z.B. Umordnen, Gliedern in Teilmengen...) erkennen die Kinder nicht, dass sich die Gesamtzahl der Plättchen unverändert bleibt.
  • Unsicherheiten bei der Eins-zu-Eins-Zuordnung: Obwohl die Zahlwortreihe beherrscht wird, wird eine Menge von Objekten falsch abgezählt (Objekte werden ausgelassen, doppelt gezählt...).
  • Unklarheiten bei räumlichen, zeitlichen und quantitativen Begriffen wie oben, unten, dahinter, davor, zuerst, danach, mehr, gleich viele, weniger, größer, kleiner, länger, kürzer. Durch falsches Verständnis und falsche Verwendung der Begriffe werden Handlungen falsch ausgeführt.
  • Probleme bei der räumlichen Orientierung: Schwierigkeiten bei der Unterscheidung von rechts und links am eigenen Körper. Bewegung und Orientierung im Raum fällt schwer.
  • Fehler beim Zählen: Schwierigkeiten zum Beispiel beim Weiterzählen von einer bestimmten Zahl aus, beim Rückwärtszählen oder beim Zählen in Schritten (2er-Schrittte, 3er-Schritte...)
  • Fehler beim Lesen und Schreiben von Zahlen: Spiegelverkehrtes Schreiben von Zahlen, Vertauschen von Zehner und Einer, Einer wird vor dem Zehner notiert.
  • Einseitiges Zahlverständnis: Zahlen werden lediglich als Ordinalzahlen gesehen (7. Perle auf der Schnur ist die 7, nicht alle sieben Perlen zusammen). Es fehlt die Vorstellung, dass Zahlen eine Anzahl von Dingen beschreiben können.
  • Zählendes Rechnen: Bis weit in Klasse 2 hinein wird zählendes Rechnen als Lösungsstrategie genutzt.
  • Fehlendes Operationsverständnis: Sachaufgaben können darauf hinweisen, wenn Rechenoperationen vom Kind nicht mit bestimmten Handlungen verbunden werden.
  • Fehlendes Verständnis für Beziehungen zwischen Aufgaben: Tauschaufgaben, Nachbaraufgabe, Umkehraufgaben und dekadische Analogien werden nicht erkannt und die Zusammenhänge nicht als Rechenvorteile genutzt. Kein Verständnis für Platzhalteraufgaben.
  • Mangelndes Verständnis des Stellenwerts: Unvermögen mehrstellige Zahlen zu schreiben bzw. zu lesen.

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