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Prüfungsfragen_FaSi_Gefahrstoffe

Was fällt Ihnen zum Stichwort Natronlauge ein?

 

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Natronlauge (akalische Lösung von Natriumhydroxid (NaOH) in Wasser).

Natronlauge ist eine der am häufigsten verwendeten Labor- und Industriechemikalien (Ätznatron, Ätzsoda, Seifenstein oder Natronhydrat).

Konzentrierte Natronlauge wirkt auf der Haut stark ätzend und selbst stark verdünnte Natronlauge kann die Hornhaut der Augen so schädigen, dass es zur Erblindung kommt.

Natronlauge entsteht durch Elektrolyse aus Natriumchlorid ( Chlorchemie: Chlor, Polyvinylchlorid).

Natronlauge kann auch aus Rotschlamm extrahiert (Abfallprodukt der Aluminiumherstellung).

Einsatzbereiche:

  • Chemikaliensynthese (Ameisensäure, Natriumhypochlorit, Natriumphosphat, Natriumsulfid).
  • Herstellung von Natronseifen.
  • Aufschluss von Bauxit und anderen Erzen (Bayer-Verfahren Aluminium)
  • Abbeizmittel), Veredelung von Baumwolle (Merzerisation), Zellstoffgewinnung (Cellulose).
  • Reinigungsmittel (Getränkeflaschen, Entfettung (z. B. Melkanlagen), Edelstahltanks, Entfernung der Schalen von Obst sowie Gemüse, Laugengebäck (Lebensmittelzusatzstoff E 524) für die braune Färbung und den „seifigen“ Geschmack, Einlegen von Oliven.
  • In der Imkerei: zur Reinigung von Bienenbeuten und -rähmchen.
  • Pharmaindustrie (Pharmagalenik).
  • Im Haushalt als Abflussreiniger
  • In der Leiterplattenherstellung zum Entwickeln des Layouts, das zuvor via UV-Licht auf die fotobeschichtete Leitplatte übertragen wurde.

Früherer MAK-Wert: 2 mg/m³ (Atemluft)

Ein Risiko der Fruchtschädigung braucht bei Einhaltung des Grenzwertes nicht befürchtet zu werden.

Reagiert mit Säuren unter heftiger Wärmeentwicklung. Die bei Kontakt mit Feuchtigkeit, Wasser oder Säuren entstehende Reaktionswärme kann genügen, um brennbare Stoffe zu entzünden.

Reagiert unter Bildung selbstentzündlicher Gase oder Dämpfe z. B. mit chlorierten Lösemitteln wie Dichlorethan.

Reagiert unter Bildung brennbarer Gase oder Dämpfe z. B. mit Leichtmetallen, Zinn, Messing und Zink.

Bildet mit Ammoniumsalzen und Phosphorverbindungen gesundheitsgefährdende Gase und Dämpfe.

Keine PVC- und PE-Behälter, da diese durch entstehende Reaktionswärme schmelzen können.

PSA: Korbbrille, Handschuhe (Kautschuk/Naturlatex, Polychloropren, Nitrilkautschuk/Nitrillatex), Baumwollunterziehhandschuhe empfehlenswert!

Erste Hilfe: u. a. Augen und Haut ausgiebig mit Wasser spülen. Nach Verschlucken: Sofortiges kräftiges Ausspülen des Mundes. Wasser in kleinen Schlucken trinken lassen  (Verdünnungseffekt).

Vorsorgeuntersuchungen: G 26 Atemschutz, G 24 Feuchtarbeit/Handschuhe.

Schadensfall: Beim Nasslöschen z.B. mit Schaum können gefährliche

Gase entstehen (z. B. Wasserstoff, wenn die entstandene Lauge mit Zink, Aluminium oder anderen Leichtmetallen in Kontakt kommt). Deshalb "trockene" Löschmittel und mechanische Aufnahme/Sammeln!

Brandbekämpfung größerer Brände nur mit umgebungsluftunabhängigem Atemschutzgerät!

Das Eindringen in Boden, Gewässer und Kanalisation muss verhindert werden! (Unterweisung, Kennzeichnung)