Kognitions- und Emotionspsychologie II

Kapitel 4

4.1 Das Experiment
 
Experiment in der historischen Psychophysik - Fechner

Gustav Theodor Fechner (1801-1887), Physiker:
führte frühe Experimente auf dem Gebiet der Psychophysik durch
 
Psychophysik: Teilgebiet der Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsforschung
Historisch behandelte sie zunächst die Beziehung zwischen Reizen in der Umwelt und den Empfindungen und der Wahrnehmung des Organismus.
 
Fechner:
ermittelte ein allgemeines Gesetz dieser Beziehung
Er bestimmte dazu zwei Schwellen:
  • Absolutschwelle: entspricht der minimalen Reizstärke, die gerade für eine Reizwahrnehmung ausreicht
  • Unterschiedsschwelle: entspricht der minimalen Reizänderung, die notwendig ist, um einen Reizunterschied wahrzunehmen.
> Fechner ermittelte die Schwellen getrennt für unterschiedliche Sinnesmodalitäten.
In jedem experimentellen Durchgang beurteilen die Vpn ihre Wahrnehmung: für die Absolutschwelle beurteilen sie z.B. ob sie einen Ton gehört hatten.
Zwischen den experimentellen Durchgängen variierte Fechner die Reizstärke
 
Fechner verwendete insgesamt 3 verschiedene Methoden:
  • Methode der aufsteigenen (bzw. absteigenden) Reihe: Reizstärke steigt (bzw. fällt) monoton von Durchgang zu Durchgang.
    Mangel: Gleiche Reizstärken führen bei absteigenden Reihen zuverlässig zu höheren Schwellenschätzungen als bei aufsteigenden Reihen

    Schwellenerhöhung durch die Wahrnehmung zeitlich vorausgehender Reize nennt man Adaption.

  • Konstanzmethode: verschiedene Reizstärken werden in zufälliger Abfolge realisiert.
    Adaption spielt hier eine geringere Rolle.
  • Herstellungsmethode: die Vpn stellt selbst den Reiz auf eine bestimmte Stärke ein, z.B. mit dem Ziel eine eben merkliche Wahrnehmung zu erzielen
 

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