Kognitions- und Emotionspsychologie II

Kapitel 4

4.3 Hirnphysiologische Methoden
 
Kausale Wirken hirnphysiologischer Aktivität auf psychisches Geschehen

In der Psychophysik liefern alle drei Methoden, EEG, MEG und fMRT nur AVs!
Diese Verfahren können die kausale Wirkrichtung von hirnphysiologischem Geschehen auf die subjektive Wahrnehmung nicht nachweisen.
Drei andere hirnphysiologische Verfahren stellen hingegen UVs zur Verfügung.
 
Wie elektrische neuronale Stimulation eignen sich diese drei Methoden, um eine kausale Wirkung hirnphysiologischer Prozesse auf subjektive Wahrnehmung zu belegen.

Drei UVs:
  • Gabe hirnaktiver Substanzen (z.B. Halluzinogene):
    orale Einnahme hirnaktiver Substanzen führt häufig zu unspezifischen Effekten (Verfahren daher nur bedingt nützlich, um definierte Teilleistungen zu erforschen);
    Methode erlaubt eindeutigeres Schlussfolgern, wenn die Substanzen durch Injektion nur an ausgewählten Stellen des Gehirns verabreicht werden.

  • Hirnläsionen: Effekte zuweilen schwierig zu interpretieren. Beim Menschen sind Läsionen meist durch Gefäßverschlüsse bedingt. Lädierte Areale können daher weit streuen.
    Außerdem sind manche Areale häufiger, andere seltener betroffen. Die Läsionsorte sind daher nicht gleichermaßen repräsentativ für verschiedene psychische Teilleistungen.
    Selbst wenn der Arzt gezielt lädiert (um zB einen epileptischen Herd im Gehirn zu entfernen, ist er nicht frei in der Wahl des Läsionortes, denn diese ergibt sich weitgehend aus der medizinischen Indikation.Schließlich ist das lädierte Gehirn nicht ohne weiteres mit dem gesunden Gehirn zu vergleichen. Nicht-lädierte Teilgebiete des lädierten Gehirns können die durch eine Läsion hervorgerufenen Leistungsminderungen in wenig verallgemeinbarer Weise kompensieren.

    Noch schwieriger: Schluss von Tierläsionsstudien auf menschliche Leistungen zu schließen! Tiere unterscheiden sich in psychischen Funktionen und hirnphysiologischer Ausstattung vom Menschen.

  • transkranielle Magnetstimulation (TMS)
    Methode gering invasiv.
    Wirkung ist zeitlich reversibel und gut zu kontrolieren: Eine Spule erzeugt ein rhythmisch die Polarität wechselndes starkes Magnetfeld, das eine zeitlich begrenzten Hirnstrom in einem Cortexbereich unter der Spule induziert.

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