Kognitions- und Emotionspsychologie II

Kapitel 4

4.6 Modellierung
 
Salienz-Modell der Aufmerksamkeit

Itti, Koch und Niebur (1998): Salienz-Modell der Blicksteuerung
→ Erklärung der Wahrscheinlichkeit, mit der das Auge die ersten fünf Punkte bei der Betrachtung eines Bildes fixiert, als Folge der Deutlichkeit von visuellen Merkmalen an diesen Blickpunkten
 
Salienz: Deutlichkeit
 
→ Modell inspiriert durch: physiologische Charakteristika der visuellen Verarbeitung im Cortex
Visuelle Merkmale wie Farbe, Luminanz (Kontrast) & Orientierung werden in den visuellen kortikalen Arealen zunächst getrennt voneinander, in retinotrop organisierten Karten, präsentiert (Retinotopie: Neurone in den primären visuellen Arealen des Neocortex entsprechen einer räumlich organisierten Repräsentation, sog. Karte, in der die Topographiedes visuellen Stimulation auf der Retina erhalten ist)
 
⇒ Annahme Itti et al: drei räumliche Karten, in denen Farbe, Luminanz & Orientierung proportional zu relativen Stärke dieser Reizmerkmale die neuronale Aktivität an einzelnen Positionen der Karte anregen
→ Stärke der repräsentierten Aktivität ist dabei proportional zum lokalen Merkmalkontrast (gemessener Merkmalsunterschied) zwischen einem Bildpunkt und den benachbarten Bildpunkten.
 
⇒ nächster Schritt: merkmalsspezifische Kontraste werden normalisiert und linear kombiniert
⇒ Es ergibt sich eine Salienzkarte, in der die neuronale Aktivität räumlich und proportional zur Summe der lokalen Merkmalskontraste im Bild repräsentiert ist.
→ Wahrscheinlichkeit einer Fixation ergibt sich aus der relativen Stärke dieser Salienzwerte (Je höher die Salienz an einer Stelle des Bildes im Vergleich zu allen anderen stellen des Bildes, umso wahrscheinlicher, dass eine Fixation an der entsprechenden Bildposition erfolgt).
Unterdrückung der Rückkehr (inhibition of return, IOR): Unterdrückungsmechanismus, der die wiederholte Betrachtung derselben Bildposition vermeidet.
 
 

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