Kognitions- und Emotionspsychologie II

Kapitel 4

4.6 Modellierung
 
Allgemein

Durch Modelle können die Mechanismen und Prinzipien der Wahrnehmung & Aufmerksamkeit formalisiert werden.
 
⇒ bezeichnen die Nachgestaltung vermuteter Zusammenhänge zwischen Ursache und Konsequenzen in mathematischen Gleichungen oder ausführbaren Computer-Programmen.
 
Bsp: Aufmerksamkeitsforschung: Modelle können darauf abzielen, das Blickverhalten von Menschen zu simulieren, d.h. im Modell nachzustellen.
 
Modellierung kann zur Konsistenzprüfung von Erklärungen verwendet werden.
→ theoretisches Verfahren
 
Zum Teil liefern Modelle aber auch nur genauere Beschreibungen der modellierten Gegenstände (in Form von Simulationen von Verhalten oder Verarbeitung)
→ Modelle liefern dann selbst Daten, keine Erklärungen: Verhalten wird dann zum Gegenstand neuer Beobachtungen.
 
Idealfall: Modelle zeigen Verhalten, dass nicht vorhergesagt wurde und sich anschließend am modellierten Gegenstand bestätigen oder falsifizieren lässt.
 
zwei allgemeine Charakteristika:
  • Anwendungsbereich
  • Sparsamkeit
Modelle sind umso höher zu bewerten, je größer ihr Anwendungsbereich und je sparsamer sie sind, d.h. je geringer die Anzahl der Annahmen, die im Modell gemacht werden müssen und nicht durch Beobachtungen gestützt sind.
 
Freie Parameter:
große Bedeutung zur Schätzung der Sparsamkeit oder Kostspieligkeit von Modellen
= Größen des Modells, die nicht begründet gewählt werden können und trotzdem festgelegt werden müssen, um eine Berechnung durchzuführen oder das Programm auszuführen.
→ Zahl der freien Parameter entspricht der Zahl von Annahmen, die auch unbegründet sein können und möglicherweise in die Irre führen.

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