Kognitions- und Emotionspsychologie II

Kapitel 5

5.1 Doppelaufgaben und Interferenz
 
Einfache Versuchsanordnung

Erste kognitionspsychologische Arbeiten:
Experimente zur Ursache der Selektivität psychischer Vorgänge; es wurde untersucht, ob die Selektivität die Konsequenz einer begrenzten geistigen Kapazität ist
→ Forscher muss systematisch die Beanspruchung der begrenzten Kapazität seiner Vpn variieren
 
einfache Versuchsanordnung:
→ Vpn bekommen zwei Aufgabe (zB Diktat & Wörter von einer Liste lernen)
→ Versuchsleiter bestimmt (unter Annahme einer insgesamt begrenzten Verarbeitungskapazität) dann, wie die Kapazität auf die beiden Aufgaben aufgeteilt werden soll
→ Versuchsleiter bestimmt dann Primär- bzw. Hauptaufgabe und Sekundär- bzw. Nebenaufgabe
→ bei unbegrenzter Kapazität sollte die Leistung in jeder der beiden Aufgaben unabhängig von der Leistung in der anderen Aufgabe sein (Leistung der Sekundäraufgabe sollte daher auch nicht systematisch von der Leistung in der Primäraufgabe abhängen)
→ begrenzte Verarbeitungskapazität: Leistung in jeweiligen Primäraufgaben sollte besser als jene in den Sekundäraufgaben sein: Wenn die Leistung in jeder Teilaufgabe nicht optimal ist und wenn ein Teil dieser Leistungseinbußen auf die Verwendung einer begrenzten zentralen Verarbeitungskapazität durch beide Teilaufgaben zurückgeht, sollte eine Leistungssteigerung in der Primäraufgabe (durch stärkere Verwendung der Kapazität) in dieser priorisierten Aufgabe hervorgerufen ist, mit einer geringeren Leistung in der Sekundäraufgabe einhergehen.
 
⇒ Forscher schließt aus der willensabhängig verbesserten Leistung in der Primäraufgabe und einer proportioal verschlechterten Leistung in der Sekundäraufgabe auf eine in der Summe begrenzte Kapazität
 
 
 

Diskussion