Kognitions- und Emotionspsychologie II

Kapitel 5

5.3 Automatische und kontrollierte Verabeitung
 
Automatische Verarbeitung

Automatische Verarbeitung ist das Gegenteil der kontrollierten Verarbeitung
 
  • Verarbeitung erfolgt unwillkürlich
  • verlangt keine entsprechende Absicht seitens der Vpn;
    allein die Reize lösen die passende automatische Verarbeitung selbst aus
    bottom-up-gesteuerte oder reizgetriebene (stimulus-driven) Verarbeitung
  • verlangt kein oder nur geringes Bewusstsein für die verarbeiteten Reize und wenig Überwachung

    ⇒ greift gar nicht oder nur gering auf die zentralen geistigen Ressourcen zu und ist folglich schnell
⇒ entweder die Folge von Übung oder arterhaltendem Vorteil
 
Bsp: geübtes Lesen
Die meisten Erwachsenen haben das Lesen geübt und lesen schnell. Geübtes Lesen erfolgt auch ohne starkes Bewusstsein für die dabei verwendeten Reize (Buchstaben & Wörter).
Beim Lesen eines Romans ist das Bewusstsein des Lesers in der Regel stärker mit den bedeutungsabhängigen Vorstellungen als mit den Buchstaben & Wörtern selbst beschäftigt.
Geübtes Lesen erfolgt ohne starke Überwachung der Teilschritte.
Viele geübte Leser lesen zB häufig lautsprachlich, d.h. begleiten das Lesen durch subvokales Aussprechen der gelesenen Wörter, obwohl die Wortbedeutung auch ohne subvokales Aussprechen und nur aufgrund visueller Buchstaben- und Wortmerkmale erkannt werden könnte.
⇒ Würden die Teilschritte bei der automatischen Verarbeitung stärker überwacht und absichtlich gesteuert, würden die Leser möglicherweise den zusätzlichen Teilschritt des subvokalen Lesens bemerken & auslassen

Diskussion