Kirchler: Arbeits- & Organisationspsychologie

2/2 Bewertung der Arbeit

Messung der Arbeitszufriedenheit - Barometer der Gesamtgesellschaftlichen Arbeitszufriedenheit - Arbeitsklimaindex

Der Arbeitsklimaindex versucht, Umbrüche und langfristige Entwicklungen bereits in einem Frühstadium zu diagnostizieren noch bevor sie von „harten“ Wirtschaftsindikatoren erfasst werden können.
 
→ geschieht, indem vierteljährlich in einer repräsentativen Stichprobe rund 900 Beschäftigte in Österreich nach Einstellungen zur Arbeit und Erwartungen über zukünftige Entwicklungen und ihre Arbeitszufriedenheit befragt werden.

Er setzt sich aus folgenden Variablen zusammen, die unterschiedlich gewichtet werden:
 
  • Zufriedenheit  mit der sozialen Position als Arbeitnehmer in der Gesamtbevölkerung, den Rechten der Arbeitnehmer gegenüber den Arbeitgebern, dem Ansehen des Unternehmens, der beruflichen Tätigkeit insgesamt, dem Führungsstil der Vorgesetzten, den betrieblichen Sozialleistungen, dem Einkommen, Arbeitszeitregelung, Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten, Beziehung zu den Kollegen, Weiterbildungsmöglichkeiten, Vereinbarkeit d. Berufstätigkeit mit privaten Interessen & familiären Verpflichtungen

  • Belastung  durch Einsamkeit, Isolation am Arbeitsplatz, Zeitdruck, seelisch belastende & aufreibende Arbeit, schlechte Gesundheitsbedingungen am Arbeitsplatz, Unfall- und Verletzungsgefahr, technische & organisatorische Änderungen, ständiger Wechsel der Arbeitsabläufe und – anforderungen.

  • Erwartungen  bzgl. der wirtschaftlichen Zukunft Österreichs und des Betriebes und Chancen, wieder eine annehmbare Arbeitsstelle zu finden
 
⇒ Daraus ergeben sich 4 Teilindices (lassen sich wieder in 16 Subdimensionen auffächern), die zusammen den Gesamt-Arbeitsklimaindex ergeben (ist auf 100 normiert):
  1. Zufriedenheit mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen
  2. Zufriedenheit mit dem betrieblichen Umfeld einer Person
  3. Zufriedenheit mit der Arbeit im engeren Sinne (wie sie organisiert ist und wie belastend sie wirken kann)
  4. Erwartungen über Karriere und Arbeitsmarktchancen

 

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