Kirchler: Arbeits- & Organisationspsychologie

2/3 Arbeitsgestaltung

Strategien der Arbeitsgestaltung 

Arbeitssysteme und Arbeitsabläufe müssen immer wieder adaptiert bzw. verändert werden, damit sie nicht in Widerspruch zu arbeitswissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen stehen.

Ziel ist die Korrektur erkannter Mängel.

Beispiele für korrektive, präventive und  prospektive Arbeitsgestaltung in Zusammenhang mit computergestützter Büroarbeit (Ulich, 1993):

  • Korrektive Arbeitsgestaltung (=Korrektur bereits bestehender Mängel):
    - das nachträgliche Anbringen von Filtern zur Vermeidung von Spiegelungen auf dem Bildschirm
    - Beschaffung optimaler Arbeitsstühle, nachdem Nacken- und Rückenbeschwerden bestehen
    - Abdecken von Druckern durch Schallschutzhauben aufgrund und zur Vermeidung von Druckerlärm

  • Präventive Arbeitsgestaltung (= Borwegnehmende Vermeidung von gesundheitlicher Schädigung und psychischer Beeinträchtigungen beim Entwurf von Arbeitssytemen):
    - Beschaffung geeigneten Mobiliars, bevor Beschwerden auftreten können
    - Räumliche Trennung von Bildschirmsystem und Drucker in vorhinein
    - Systematischer Wechsel zw. Tätigkeit mit und ohne Computer, damit einseitige Belastungen erst gar nicht entstehen können

  • Prospektive Arbeitsgestaltung (= Schaffung persönlichkeitsfördernder Arbeitstätigkeiten):
    - Angebot verschiedener Dialog-, Unterstützungs- und Bildaufbauformen, zw. denen die Benutzer auswählen können.
    - Software-Systeme, die die Benutzer ihren Bedürfnissen und Qualifikationen entsprechend nutzen und anpassen können.
    - Angebot verschiedener Formen der Arbeitsteilung zw. Sachbearbeitern und Sekretären, zwischen denen die Betroffenen wählen und die sie gegebenenfalls verändern können.

Diskussion