Kirchler: Arbeits- & Organisationspsychologie

2/3 Arbeitsgestaltung

Arbeitsgestaltung und Kultur

Arbeitsgestaltung ist lokalen, geographischen und kulturellen Unterschieden unterworfen.
→ Organisationstheorien lateinamerikanischer Länder: Machtfragen
→ O-Theorien deutscher Sprachraum: Wahrheitsfragen
→ O-Theorien anglosächsischer Raum: pragmatisch
 

Hofstede (1980) stellte fest, dass Theorien und Arbeitspraktiken, auch aus Sicht der Betriebe, kulturspezifisch sind und nicht einfach von einem Land in ein anderes übertragen werden können.

Aufgrund von Testungen in IBM-Betrieben extrahierte er vier Faktoren:

* Akzeptanz von Machtdistanz

* Tendenzen zur Vermeidung von Ungewissheit

* Neigung zu Individualismus bzw. Kollektivismus

* Bedeutung von maskulinen Werten

Festgestellt wurde unter anderem, dass mit wachsendem Bruttonationalprodukt in einem Land der Individualismus zunimmt. Die Übertragung von Arbeitsgestaltungskonzepten von einem individualistischen Land auf kollektivistische Länder kann nicht bedenkenlos erfolgen. Was in einem Land erfolgreich sein kann, könnte in einem anderen auf Widerstand, Missverständnisse oder Ablehnung stoßen.

Psychologische Arbeitsgestaltung sollte eine sorgfältige Analyse und Bewertung von Gegebenheiten beinhalten und dies sollte mit hoher Sensibilität bzgl. der Bedürfnisse der arbeitenden Menschen, zum aktuellen Zeitpunkt als auch im spezifischen kulturellen Kontext, erfolgen

Diskussion