Kirchler: Arbeits- & Organisationspsychologie

3/3 Prozesstheorien

Präaktionale Phase: Zielsetzung - Feedback-Interventionstheorie von Kluger & DeNisi - Einführung 

Kluger & DeNisi (1996) entwickelten die Feedback-Interventions-Theorie, die besagt, dass das Verhalten durch Diskrepanzen zwischen einem Ist-Wert und einem Ziel reguliert wird.
Rückmeldungen über Diskrepanzen können die Aufmerksamkeit der Person auf sich selbst, auf die Aufgabe oder auf die Arbeitsschritte lenken.
Es wird davon ausgegangen, dass Rückmeldungen leistungseffizienter sind, wenn sie auf die Aufgabe selbst oder auf konkrete Handlungsschritte fokussieren, anstatt auf die Person.
 
  1. Aufmerksamkeit auf die Aufgabe:
    → bei einer positiven Diskrepanz Ist-Wert / Soll- Wert können höhere Ziele festgelegt werden und Leistungssteigerung erfolgen, oder aber es erfolgt Leistungsreduktion.
    → Bei null Diskrepanz wird die Leistung beibehalten. 
    → Bei negativer Diskrepanz kommt es zur Leistungssteigerung.
     Ist die Reduktion der Diskrepanz dadurch nicht möglich, setzen entweder Lernprozesse ein, oder die Aufmerksamkeit wird auf sich selbst gelenkt 􀃆 Selbstreflexion ‚warum ist keine Verbesserung möglich!’

  2. Aufmerksamkeit auf Aufgabendetails:
    Ist die Aufgabe nicht klar, werden Hypothesen über Handlungsschritte und Zielerreichung generiert und getestet.
    Ist die Aufgabe klar und werden Handlungsschritte automatisiert ausgeführt, kann eine Rückmeldung über eine Diskrepanz vorübergehend die Ausführung stören.

  3. Aufmerksamkeit auf das Selbst:
    Je nach subjektiven Zielen (zB Erhöhung Selbstwert) bewegt Rückmeldung über Diskrepanz dazu, die Relevanz des Handlungszieles zu reflektieren und eventuell aufzugeben.
    → Ist das Ziel wichtig, konzentriert sich die Person auf die Ausführung mit Leistungssteigerung, wenn die Ausführung leicht erscheint.
    Erscheint die Ausführung schwer, kann die Leistung unterbrochen werden.

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