Kirchler: Arbeits- & Organisationspsychologie

3/3 Prozesstheorien

Postaktionale Phase: Bewertung - Gerechtigkeit - Verfahrensgerechtigkeit 

Unter Verfahrensgerechtigkeit ist die Fairness im Prozess der Entscheidungsentwicklung gemeint.
→ Bewertung ob zB Ziele gemeinsam festgelegt wurden; ob Vorgesetzter jedem MA gleiche Unterstützung zukommen lässt,..

Leventhal (1980) postuliert 6 Regeln der prozeduralen Fairness:

  1. Konsistenz: Zuteilungen müssen über die Zeit und über Mitarbeiter hinweg konsistent sein
  2. Unvoreingenommenheit: Verfahren sollten nicht durch das persönliche Eigeninteresse des Anwenders beeinflusst sein
  3. Genauigkeit: Relevante Infoquellen müssen ausgeschöpft werden
  4. Korrekturmöglichkeit: für alle Betroffenen müssen Berufungs- und Einspruchsrecht gelten
  5. Repräsentativität: Interessen aller Beteiligten sollen berücksichtigt werden
  6. Ethische Rechtfertigung: das Verfahren soll moralischen Standards entsprechen
Feldexperiment Greenberg & Baron:
ein Betrieb musste Entlassungen vornehmen oder Lohnkürzungen durchführen.
In Fabrik A wurden die Mitarbeiter ausführlich informiert, danach Kürzungen von 15 % vorgenommen. In Fabrik B wurde keine Erklärung der Kürzung geboten und in Fabrik C wurden die Löhne nicht gekürzt. Die mittlere Diebstahlrate variierte dementsprechend: während der Kürzungen waren sie ohne Erklärung am höchsten, gefolgt von Kürzungen mit Erklärung.

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