Kirchler: Arbeits- & Organisationspsychologie

4/3 Verhaltenstheorien

Verhaltenstheorien allgemein

Unzufrieden mit den Eigenschaftsansätzen begann man etwa 1940 weniger danach zu fragen, was Führungskräfte sind, als danach, was sie tun.

Verhaltenstheorien der Führung gehen davon aus, dass sich Führungskräfte durch verschiedene Verhaltensstile auszeichnen, sie

basieren u.a. auf Jobanalysen, Beobachtungen, Interviews.

→ Dafür wurden eigene Methoden entwickelt, wie etwa der MPDQ (Management Position Description Questionnaire) von Tornow & Pinto, oder die ‚Executive Checklist’ (Excel) von Lozanta-Larsen & Parker (1991).

→ Der zweite Schwerpunkt dieser Phase widmet sich der Aufgabe, effektives von ineffektivem Führungsverhalten zu unterscheiden, was zur Identifikation von sog. ‚leadership-styles’ führte.

→ Lewin (~ 1940) unterscheidet drei Stile (auf Basis von Laborexperimenten):

  • Demokratisch: Aufgaben u. Ziele werden in der gruppe diskutiert, Miteintscheidungen werden ermöglicht & Transparenz in Führungsentscheidungen 

  • Autokratisch: Führungskräfte bestimmen und steuern Aufgaben u. Ziele; verteilen Aufgaben nach eigenen Vorstellungen (Beurteilungskriterien müssen MA nicht klar sein)

  • Laissez-faire: MA haben völlige Freiheit bei ihren Aufgaben (keine Beurteilungen); Führungskräfte bringen keine Vorschläge ein

Ein demokratischer Stil trägt sowohl zur Quantität als auch zur Qualität der Leistungen sowie zur Mitarbeiterzufriedenheit positiv bei.
Laissez-faire schnitt am schlechtesten ab.

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