Gutachten

Begründen Sie, warum sich für im gutachterlichen Kontext geführte Interviews grundsätzlich ein neutraler Interviewstil empfiehlt. Unter welchen Umständen würden Sie als Gutachter von einem neutralen Interviewstil abweichen und warum?

  • Grundsätzlich wird im gutachterlichen Kontext ein neutraler Interviewstil angewendet, d.h. der Gutachter verhält sich höflich und sachbezogen. Da während des gutachterlichen Prozesses meist nur ein Termin mit den involvierten Personen stattfindet und mit dem neutralen Interviewstil eine schnelle und gezielte Informationsbeschaffung gewährleistet wird, eignet er sich am besten für den gutachterlichen Kontext.
  • Bei Kindern und ängstlichen Personen sollte ggf. von dem neutralen Interviewstil abgewichen werden. Stattdessen sollte ein weicher Interviewstil angewendet werden, d.h. ein erhöhtes Maß an Empathie und Akzeptanz erzeugt werden, um eine Vertrauensbasis zu schaffen und auf diese Weise einen höheren Informationsgehalt zu erzielen.
  • In anderen Fällen sollte ein harter Interviewstil angewendet werden, der sich z.B. durch direktives Nachfragen und mehr Bestimmtheit des Gutachters äußert. Dieser Stil ist insbesondere bei Personen mit weitschweifenden Antworten, in Prognosegutachten und in der Eignungsdiagnostik geeignet.

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