VU Gesundheitspsychologie

9. Gesundheitsprogramme

Wirksamkeit von Verhaltenänderung 

Differentielle Wirksamkeit von Programmen zur Verhaltensänderung.

Verhaltensänderungen setzen eine grundsätzliche Motivation auf Seiten der Zielperson voraus

vielen theoretischen Modelle:
Prozess der Verhaltensänderung umfasst verschiedene Stadien, die von der Zielsetzung über die Bildung einer Intention zur spezifischeren Handlungsplanung und tatsächlichen Umsetzung des Verhaltens reichen 

Lippke et al.:
erfolgreiche Umsetzung von Interventionen hängt davon ab, ob eine Intervention auf das jeweilige Handlungsstadium einer Person oder Personengruppe abgestimmt ist.

Sie befragten 560 ambulante Rehabilitationspatienten nach ihrer bisherigen körperlichen Aktivität und ihrer Absicht, Sport zu treiben.

VG: erhielt Nach zwei bis drei Wochen die Instruktion, Handlungspläne zu spezifizieren
KG: erhielt keine derartige Intervention 

Ergebnisse:
V
ier Wochen nach Ende der Rehabilitation fanden sich dann signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen bezüglich ihrer selbstberichteten Sportaktivitäten:
  • Im Vergleich zur Kontrollgruppe waren in der Interventionsgruppe mehr Patienten sportlich aktiv
  • Dabei profitierten Personen im intentionalen und aktionalen Stadium (also Personen mit bereits bestehender Absicht zum Sporttreiben oder solche, die bereits sportlich aktiv waren) zu Beginn der Reha am meisten von der Intervention, während die Planungsintervention auf nicht intentionale Patienten keinen Einfluss hatte.
  • Für nicht intentionale Patienten war also die Planungsintervention zu früh angesetzt. Für diese Patienten hätte zunächst eine motivationale Intervention stattfinden müssen, z. B. durch Vermittlung von Wissen über Risiken von Inaktivität und Nutzen von Aktivität.

Diskussion