Qualitätsmanagement

Wie wird die Risikoprioritätszahl (RPZ) gebildet?

Um für die Abstellung der Fehler eine geeignete Reihenfolge festlegen zu können, werden die Fehler, Fehlerfolgen und -ursachen bewertet. Die Bewertungszahl, die sogenannte Risikoprioritätszahl (RPZ), setzt sich multiplikativ aus Einzelbewertungen für
 
  • die Wahrscheinlichkeit des Auftretens (A) der Fehlerursachen, unter Berücksichtigung der zur Vermeidung des Fehlers vorgesehenen Verhütungsmaßnahmen,

  • die Wahrscheinlichkeit der Entdeckung vor Auslieferung an den Kunden (E), unter Berücksichtigung der zur Entdeckung des Fehlers vorgesehenen Prüfungen und

  • die Bedeutung der Fehlerfolge für den Kunden (B).

    Im Allgemeinen werden die Kennzahlen A, B und E nach einem 10-Punkte-Schema vergeben, wobei eine 1 ein niedriges Risiko und eine 10 ein hohes Risiko bedeuten. Je nach verfügbarem Datenmaterial und Erfahrungswissen wird die Anzahl der Bewertungsstufen gewählt. Je gröber die Wahrscheinlichkeiten differenziert werden können, desto gröber wird auch das Bewertungsschema gewählt. In vielen Unternehmen existieren standardisierte Vorgaben und Beschreibungen für die Bewertungsstufen.

  • Die Risikoprioritätszahl ergibt sich aus dem Produkt der einzelnen Kennzahlen:

     
     
RPZ = A⋅B⋅E
 
Sie ist ein Maß für das Gesamtrisiko jeder einzelnen möglichen Ursache eines potentiellen Fehlers. Je größer die RPZ, desto dringlicher sind qualitätssichernde Maßnahmen, um das entsprechende Risiko zu senken. Da die Risikoprioritätszahl zumeist aufgrund recht subjektiver Einschätzungen entsteht und schon aus geringen Abweichungen bei einer der Kennzahlen A, B oder E aufgrund der Multiplikation große Schwankungen in der RPZ resultieren, ist sie nur als grober Richtwert für die Dringlichkeit von Abstellmaßnahmen zu verstehen.

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