Asendorf & Neyer - Sechs Paradigmen der Persönlichkeitspsychologie

1. Eigenschaftsparadigma

Intelligenzprofil HAWIE & Persönlichkeitsbeschreibung 

 
Abbildung:
illustriert ein Intelligenzprofil am Beispiel von 8 Untertests eines Intelligenz- tests.
→ Niveau dieses Profils, d. h. die mittlere Leistung der Person in allen Intelligenztests, beschreibt die „allgemeine Intelligenz“ der Person.
→ Die Profilgestalt, d. h. Unterschiede zwischen ihren Leistungen in den einzelnen Tests, beschreibt ihre „Intelligenzstruktur“, z. B. ob ihre sprachli- chen Fähigkeiten (die 4 oberen Tests
) schlechter sind als ihre nichtsprachlichen (die 4 unteren Tests).

Persönlichkeitsbeschreibung wird noch reicher, wenn wir sie nicht nur auf den Intelligenzbereich beschränken, sondern auch verwandte Eigenschaften wie Kreativität und emotionale Kompetenzen einbeziehen, bis hin zu gänzlich anderen Eigenschaften wie z. B. Geselligkeit, Aggressivität, Gewissenhaftigkeit und politische Einstellung.

→ So entsteht ein immer umfassenderes Persönlichkeitsprofil
aus ganz unterschiedlichen Eigenschaften, das letztendlich einzigartig ist. Bei nur zehn Eigenschaften mit je zehn Ausprägungsmöglichkeiten gibt es bereits 1010, also zehn Milliarden verschiedene Persönlichkeitsprofile, und es gibt ja sehr viel mehr als nur zehn verschiedene Eigenschaften.

⇒ Im Eigenschaftsparadigma wird also die Individualität einer Person durch Betrachtung vieler unterschiedlicher Eigenschaften erfasst, wobei die individuelle Ausprägung jeder 
dieser Eigenschaften durch Vergleich mit den Ausprägungen in einer Referenzpopulation deutlich wird.

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