06. Marketing

Worin werden die Gründe für den späten Einzug des Marketings in Deutschland gesehen? Wodurch konnte es sich letzten Endes durchsetzen?

Wissenschaft und Praxis hatten direkt nach dem 2. Weltkrieg zunächst andere Prioritäten, sodass die ersten deutschen Schritte in dieser Thematik, 1898 mit der Gründung der Handelshochschulen in Leipzig und Aachen und 1928 mit der Herausgabe des Buches „Grundlagen der Marktbeobachtung“ von Erich Schäfer („Vater der Marktforschung“ in Deutschland, lehrte 1937 – 1969 in Leipzig und Nürnberg), eher unbeachtet blieben.

Auch wenn damals bereits der Markt als Grundlage für das Marketing gesehen wurde, standen doch in den 1950er Jahren ganz klar das Produkt und seine Verfügbarkeit im Mittelpunkt jeglicher Aktion. Marketing wurde mit Werbung gleichgesetzt und es ging meist lediglich darum, über das bestehende, verfügbare Produkt zu informieren. Die Inhalte waren rein auf das Produkt bezogen.

In den 1960er Jahren rutschte dann die Verkaufsförderung in den Fokus. Marketing-Konzepte fingen an sich durchzusetzen, denn man stand zum ersten Mal nach dem 2. Weltkrieg und dem daraus resultierenden Nachholbedarf der Konsumenten einem gesättigten Markt gegenüber. Diese Veränderung des Marktes vom Verkäufer- zum Käufermarkt bewirkte letzten Endes den Siegeszug des Marketings in Deutschland. 1968 wurde der erste Lehrstuhl für Marketing an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster eingerichtet und durch Heribert Meffert, deutscher Wirtschaftswissenschaftler, bekannt durch mittlerweile diverse Publikationen, besetzt.

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