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Studieren mit Hund - Wie geht das?

 
PRuelfing, 13.08.2025


Das Wichtigste in Kürze:

  • Erlaubnis des Vermieters einholen: Ein Hund kann nur bei dir einziehen, wenn dein Vermieter das erlaubt.
  • Mitbewohner fragen: In einer WG sollten auch deine Mitbewohner unbedingt einverstanden sein.
  • Budget prüfen: Hundehaltung kostet viel Geld! Checke vorab, ob du dir einen Hund leisten kannst. Je nach Hund (Rasse, Größe, Alter und Gesundheitszustand) kostet er auf sein Gesamtleben gerechnet zwischen 15.000 und 30.000 €.
  • Zeit- und Lebensplanung prüfen: Du solltest mindestens zwei/drei Stunden am Tag Zeit haben, um mit deinem Hund etwas zu unternehmen.

Studieren mit Hund, diese Punkte sind zu berücksichtigen

 

Wenn du während deines Studiums einen Hund haben möchtest, muss du die folgenden Punkte berücksichtigen:

  • Zeit: Du solltest idealerweise ungefähr zwei/drei Stunden am Tag Zeit nur für deinen Vierbeiner haben.
  • Wohnung: Du brauchst lediglich eine hinreichend große Liegefläche für deinen Hund. Gegebenenfalls musst du allerdings eine Erlaubnis deines Vermieters einholen.
  • Kosten: Diese sind abhängig von der Größe, vom Alter und Gesundheitszustand des Hundes. Egal ob Rassehund vom Züchter oder Tierschutzhund: Rechne über die komplette Lebensdauer eines Hundes mit Kosten von 15.000 bis 30.000 €.
  • Versicherung: Sinnvoll ist auf jeden Fall eine Haftpflichtversicherung. Darüber hinaus bietet sich auch der Abschluss einer Krankenversicherung an.
 

Darf ein Hund in einer Studentenwohnung wohnen?

 

Nicht jeder Vermieter erlaubt generell die Hundehaltung in seiner Wohnung. Er ist dazu auch nicht verpflichtet. Setze dich daher frühzeitig – schon einige Zeit vor Anschaffung des Hundes – mit deinem Vermieter in Verbindung.

Tipp: Bei kritischen Vermietern kannst du unter Umständen punkten, wenn du die Auswahl des Hundes bzw. der Hunderasse an die Vorstellungen des Vermieters anpasst (z.B. kleiner Hund, der rassebedingt nicht zum Kläffen neigt und keiner Rasse angehört bzw. kein Mischling einer Rasse ist, die als gefährlich gilt).

Du wohnst in einem Zimmer oder einer WG des Studentenwerks? Hier musst du leider häufiger als auf dem freien Wohnungsmarkt mit einem Verbot der Hundehaltung rechnen.

 

Wie lebt man mit einem Hund in einer WG?

 

In einer WG sollte nicht nur der Vermieter mit dem Einzug deines Hundes einverstanden, sondern auch deine Mitbewohner. Spreche am besten offen mit ihnen über etwaige Vorbehalte und nehme diese ernst.

 

Was ist der perfekte WG-Hund?

 

In einer WG kann es sinnvoll sein eine Hunderasse oder eine Mischung von Rassen auszuwählen, mit der alle einigermaßen klarkommen.

 

Allergiefreundliche Hunderassen – da wenig oder gar nicht haarend – sind z.B.:

 

  • Pudel,

  • viele Pudelmischlinge (z.B. Australian Labradoodle und Cobberdogs),

  • Malteser,

  • Bichon Frisé,

  • Havaneser und

  • einige Terrier-Arten.

 

Als besonders freundlich und umgänglich gelten z.B.:

 

  • alle Retriever (Golden Retriever, Labrador Retriever, …) und

  • viele der kleinen Gesellschaftshunde (Malteser, Havaneser, Bichon Frisé, Bolonka, …).

 

Als wenig bellfreudig – wobei gegen das Kläffen auch gute Erziehung helfen kann – gelten etwa:

 

  • Labrador Retriever,

  • Shih Tzu,

  • Cavalier King Charles Spaniel,

  • Havaneser und

  • Basenji.

 

Regeln aufstellen

 

Ebenfalls hilfreich: Stellt gemeinsam ein paar Regeln auf, die dein Hund und du in der WG unbedingt einhalten sollt, z.B.:

  • der Hund muss in deinem Zimmer bleiben, wenn du nicht da bist,

  • der Hund darf WG-Besucher nicht ungefragt begrüßen,

  • der Hund darf nicht auf die WG-Couch,

  • im Kühlschrank dürfen keine angebrochenen Dosen von Nassfutter stehen und/oder

  • der Hund sollte einer wenig bellfreudigen, wenig haarenden Rasse angehören

 

Tipp: Halte Ausschau nach einem Hund, der besonders freundlich zu Menschen und anderen Hunden ist und auch so aussieht. Dann hast du weniger Probleme, einen Hundesitter zu finden, wenn du mal länger an der Uni oder am Wochenende unterwegs bist.

Worüber du dir keine Gedanken machen musst, ist die Größe deines WG-Zimmers. Ein Hund braucht nur so viel Platz wie ein Hundebettchen, in dem er sich bequem ausstrecken kann. Außerdem ist er sowieso immer am liebsten ganz nah bei dir. Zum Toben und Beschäftigen geht ihr am besten raus in den nächsten Wald oder Park.

 

Können sich Studenten einen Hund leisten?

 

Wenn du einen Hund halten möchtest, kommen ein paar einmalige und hohe laufende Kosten auf dich zu. Möchtest du z.B. einen Welpen haben, wird er dich – über seine ganze Lebensdauer gesehen – zwischen 15.000 € und 30.000 € kosten.

Tipp: Es gibt großartige mittelalte Hunde aus dem (Auslands-)Tierschutz. Für die Anschaffung wird nur eine Schutzgebühr von ca. 300 € fällig, während ein Rassehund zwischen 1.500 und 3.500 € kostet, bei „Modehunden“ auch gerne noch deutlich mehr. Auch für Rasseliebhaber gibt es zudem den passenden Tierschutzhund. Schaue z.B. einmal bei Facebook unter „(Rasse) in Not“ nach.

 

Checkliste: Passen mein Zeit- und Geld-Budget für einen Hund?

 

Folgende Punkte solltest du vor Anschaffung eines Hundes unbedingt prüfen:

  • Hunde werden bis zu 15 Jahre alt, manche leben sogar noch länger. Kannst du im Studium wirklich schon für einen so langen Zeitraum im Voraus planen?

  • Was ist z.B., wenn du deinen Hund später nicht mit an deinen Arbeitsplatz nehmen kannst?

  • Zu den Anschaffungskosten kommen Kosten für die Erstausstattung hinzu (Hundebett, Halsband, Geschirr, Leinen, Näpfe, Hundebett, Box etc.).

  • Laufende Kosten fallen an für das Futter, die Hundesteuer, evt. für eine Haftpflichtversicherung und insbesondere für den Tierarzt (Impfungen, jährliche Grunduntersuchung und Behandlung bei Erkrankungen und Unfällen).

 

Tipp: Gerade im Studium empfiehlt sich der Abschluss einer Hunde-Krankenversicherung, um ihn im Notfall versorgen lassen zu können. Operationen kosten schließlich schnell mehrere tausend Euro. Eine Komplettversicherung für einen jungen Hund kostet ca. 60 € und eine OP-Versicherung ungefähr 20 € im Monat.

Auch die Kosten für den Besuch einer Hundeschule solltest du einplanen.

 

Passt ein Hund in deine Zeit- und Lebensplanung?

 

Der Zeitaufwand für einen Hund beträgt ca. zwei bis drei Stunden am Tag. Frage dich kritisch, ob du genug Zeit für einen Hund hast. Berücksichtige auch deine weitere Lebensplanung. Planst du z.B. einen Auslandsaufenthalt? Wann beendest du voraussichtlich dein Studium? Und kannst du an deinem künftigen Arbeitsplatz voraussichtlich einen Hund mitnehmen?

Tipp: Halte vor Anschaffung deines Hundes Ausschau nach zuverlässigen hundefreundlichen Menschen in deinem Umfeld, die deinen Vierbeiner einmal zu sich nehmen können, wenn du in weniger Zeit (z.B. in der Prüfungsvorbereitung), am Wochenende unterwegs bist oder verreist und den Hund nicht mitnehmen kannst. Perfekt passen „Co-Owner“, die selbst einen Hund haben. Dann könnt ihr wechselseitig auf den Hund des anderen aufpassen, wenn Bedarf ist. In diesem Fall achtet bei der Anschaffung eures Hundes darauf, dass er zum Hund eurer Eltern, Geschwister oder Freunde passt.

 

Aufgepasst bei sog. Listenhunden

 

Für bestimmte Hunderassen (sog. Listenhunde) gelten besonderen Auflagen. Welche Hunderassen betroffen sind, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Auflagen drohen insbesondere bei diesen Rassen:

  • Pitbull Terrier

  • American Staffordshire Terrier

  • Staffordshire Bullterrier

  • Bullterrier

  • American Bulldog

  • Mastiffs

  • Dogo Argentino und

  • Rottweiler

  • sowie bei Kreuzungen dieser Rassen untereinander oder mit anderen Hunden.

 

Häufig gestellte Fragen | FAQ

 

Welche Hunderassen sind für Studierende besonders geeignet?

 

Retriever (Golden Retriever und Labrador Retriever) oder einschlägige Mischlinge sind besonders für Studierende geeignet, weil sie besonders freundlich und entspannt sind.

Kleine Gesellschaftshunde, wie Malteser, Havaneser, Bichon Frisé, Bolonka (und einschlägige Mischlinge) passen ebenfalls gut, weil man sie problemlos überall mit hinnehmen kann (ggf. sogar auf Flugreisen), kaum jemand Angst vor ihnen hat und diese damit auf eine hohe Akzeptanz stoßen. Gleiches gilt für die meisten der kleinen Pudel-Mischlinge, die aktuell stark verbreitet sind (Labradoodle, Goldendoodle, Maltepoos, Cavapoo, Cockerpoos, …).

Erwachsene Tiere aus dem Tierschutz sind besonders empfehlenswert, weil du dann weißt, was du bekommst (der Charakter eines Hundes bildet sich erst nach der Pubertät aus) und dir die wirkliche anstrengende Welpen- und Junghund-Phase erspart bleibt.

 

Darf ich in meiner Studentenwohnung einen Hund halten?

 

Die Hundehaltung ist grds. erlaubt, wenn der Mietvertrag nichts anderes regelt.

In Studentenwohnheimen sind Hunde meistens untersagt.

Das letzte Wort hat immer der Vermieter, mit dem man sich am besten vor der Anschaffung des Hundes abstimmen sollte.

 

Wie teuer ist ein Hund?

 

Die Höhe der Kosten für einen Hund hängt stark von seinem Alter und Gesundheitszustand ab. Über ein ganzes Hundeleben gerechnet, belaufen sich die Gesamtkosten auf 15.000 bis 30.000 €.

Es entstehen zum einen einmalige Kosten für die Anschaffung des Hundes. Während Rassewelpen zwischen 1.500 und 3.500 € kosten, ist bei Welpen und erwachsenen Hunden aus dem Tierschutz eine Schutzgebühr von ca. 300 € zu entrichten. Außerdem benötigst du eine Grundausstattung (Hundebett, Halsband, Geschirr, Leinen, Näpfe, Hundebett, Box etc.).

Zum anderen entstehen folgende laufende Kosten: für das Futter, die Hundesteuer und evt. für eine Haftpflicht- und für eine Hundekrankenversicherung. Besteht keine Krankenversicherung fallen regelmäßig Tierarztkosten für Impfungen und die jährliche Grunduntersuchung an. Hinzu kommen Behandlungskosten bei Erkrankungen und Unfällen.