Forschungsmethoden Zusatz M10

Welche Regeln sind in der Frageformulierung bei Befragungen zu beachten?

Fragebogenkonstruktion
1. Anrede i.d.R. per „Sie“
2. Einfachheit, Verständlichkeit, Klarheit wichtiger als grammatikalische Korrektheit (aber kein
Telegrammstil), Feststellungen ≤ 20 Wörter
3. Abstimmung auf Befragte (Alter, Sprache, Bildungs-grad, Erfahrungsschatz, ...)
4. Neutrale Begriffe, keine wertenden oder „Reiz“-Wörter
5. Items möglichst positiv formulieren
6. Nur ein Merkmal pro Frage bzw. Item
7. Auch invertierte Skalen anbieten
8. Aussagen zur Person in der „Ich“-Form (Ausnahme ggf. „sensible“ Themen)
9. Antwortmöglichkeiten ausbalanciert, exklusiv, möglichst gleich breit, erschöpfend, ggf.
Residualkategorie „sonstige“, „andere“ sowie „weiß nicht“
10. Antwortkategorien sollen Varianz abbilden
11. Antwortmöglichkeiten möglichst aus Fragetext auslagern (außer Telefon-Interview)
12. Möglichst gerade Anzahl Skalenstufen
13. Einstellungen, Personeneigenschaften usw. ggf. koppeln mit Fragen nach Fakten, Verhalten
14. Ggf. Kontroll-, Konsistenzfragen
15. Wenn Definition, dann VOR der Frage
16. Zeitpunkte eindeutig, Unterscheidung früher / heute
17. Beachtung Reihenfolgeeffekte
18. Bei Fragen nach Häufigkeiten, cgs-Angaben Definition der Dimension
19. „Sensible“ Fragen:
- Begleittext zur „Normalisierung“, „salonfähig“ machen
- Nennung beider Alternativen Seiten
- Nicht Fragen ob, sondern wann, wie häufig, ...
- Indirekte Fragen, z. B. Informationsgrad über einen Gegenstand lässt Beschäftigung
vermuten usw.

Vermeiden:
1. Abkürzungen
2. Anspruchsvollen Fachbegriffe, abstrakte Überbegriffe
3. Begriffe, die missverstanden werden können
4. Verschachtelungen und Nebensätze
5. Doppelte Verneinung
6. Fragetexte mit „und“ oder „oder“
7. Suggestive Fragen, Antwort „in den Mund legen“, Stereotype Floskeln
8. Wertende Fragen und Begriffe, Reizbegriffe, peinliche, belastende Begriffe usw.
9. Universalausdrücke (immer, nie, alle, keine, ...)
10. Unklare Kategorien (recht, ziemlich, viel, wenig, ...)
11. Vorstellung hypothetischer Situationen
12. Vergleiche „lieber als ...“ – besser separat messen und vergleich

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