Klinische Psychologie - Störungslehre

Stressassoziierte Störungen

Anpassungsstörungen - Klassifikation – ICD-11

Anpassungsstörung

A)Maladaptive Reaktion auf einen einzelnen oder mehrere psychosoziale Stressoren, die innerhalb eines Monats auftreten.

B)Präokkupationen mit dem Stressor oder seiner Konsequenzen (z. B. gedankliches Verhaftetsein, wiederkehrende Gedanken, Rumination).

C)Fehlanpassung (z. B. Schlaf- und Konzentrationsprobleme, verringerter Selbstwert, mangelnde Erholungsfähigkeit).

D)Signifikante Beeinträchtigung in wichtigen Funktionsbereichen.

E)Die Symptome erfüllen nicht die Kriterien einer anderen psychischen Störung.

Die Symptome bestehen üblicherweise nicht länger als 6 Monate nach Ende der Belastung oder ihrer Folgen.

Ausschlussdiagnosen nach ICD-11

  • Trennungsangst in der Kindheit (6B05)
  • Rezidivierende Depression (6A71)
  • Depressive Episode (6A70)
  • Anhaltende Trauerstörung (6B42)
  • Einfache Trauer (QE62)
 
Veränderung der Klassifikation
  • In ICD-11 werden spezifische Symptome genannt (vs. ICD-10)
  • Kann in Kombination mit anderen psychischen Störungen bestehen (Ausnahme: bei Exazerbation bereits bestehender Symptome nach einem Stressor)
  • Anpassungsstörung als vollwertige Diagnose (vs. Restkategorie)
Dafür spricht z.B., dass ein bis zu 12-fach erhöhtes Suizidrisiko bei Anpassungsstörungen gefunden wurde 

Diskussion